Theater · Restaurant

Cafe Landtmann



Als Franz Landtmann 1873 Wiens größte und eleganteste Café-Localität eröffnete, begründete er damit eine Wiener Kaffeehaus-Institution. Seit damals ist es eines der beliebtesten Cafés von Wien, in dem unter anderem Peter Altenberg, Sigmund Freud, Gustav Mahler, Max Reinhardt, Marlene Dietrich, Romy Schneider, Burt Lancaster, Hans Moser, die niederländische Königin Juliane, Hillary Rodham Clinton und Sir Paul Mc Cartney zu Gast waren.

Als Franz Landtmann am 1. Oktober 1873 „Wiens eleganteste Café-Localität“ eröffnete, war rund um das Landtmann von der heutigen Pracht der Ringstraße noch nicht viel zu sehen, denn vis-á-vis gab es zwei riesige Baustellen: Das neue Rathaus und die neue Universität. Neben dem Landtmann befand sich noch nicht das Burgtheater, sondern ein Rest der Löwelbastei. Damals gab es übrigens auch noch keine Autos, keine serienreife Glühbirne, kein Radio, kein Telefon, keinen Büstenhalter und keine Nylonstrümpfe... Franz Landtmann selbst, war kein Wiener, sondern ein ”Zuag’raster” aus dem Vorort Währing, der damals noch zu Niederösterreich gehörte. Als Cafétier war er erblich vorbelastet, denn er stammte aus einer Familie von Kaffeesiedern, Lebzeltern und Feigenkaffee-Fabrikanten. Sieben Jahre später, im Jahr 1881 verkaufte er sein Kaffeehaus an die Brüder Wilhelm und Rudolf Kerl, die es unter dem Namen Landtmann weiterführten. Rudolf Kerl zog sich bald aus dem aktiven Geschäftsleben zurück und so führte sein Bruder Wilhelm das Café bis ins Jahr 1916 alleine weiter. Er war als Cafétier eine lokale Berühmtheit, was nicht weiter verwunderte, schließlich verkehrten Größen wie Gustav Mahler, Peter Altenberg, Siegmund Freud, Felix Salten und Emmerich Kálmán im Landtmann. Von der Mangelwirtschaft des 1. Weltkriegs total entnervt und nach 35 Berufsjahren wohl auch schon etwas müde, verkaufte er 1916 das Landtmann an Karl Kraus (Nicht ident mit dem Schriftsteller und Herausgeber der ”Fackel”!). Karl Anton Kraus war ein aus der Sperrgasse im 15. Wiener Gemeindebezirk stammender Fleischhauer, der später auf Gastwirt umsattelte und schließlich Cafétier wurde. Er führte das Kaffeehaus nur 5 Jahre lang, denn ab 1921 wurde es von einer Hokare Ges.m.b.H. betrieben. Der Name der Ges.m.b.H., der vordergründig eher asiatisch anmutet, steht für ”Hotel-, Kaffee- und Restaurations-Betriebe Ges.m.b.H.”. 1925 kam es zur Anmeldung der Liquidation der Hokare Ges.m.b.H., die dann Ende 1926 erfolgte.

Gekauft wurde das Landtmann im Herbst 1926 vom Ehepaar Konrad und Angela Zauner, die das Kaffeehaus 1929 komplett renovieren ließen. Nach Entwürfen des bekannten Architekten Prof. Ernst Meller, der zahlreiche, heute nicht mehr existierende Wiener Kaffeehäuser eingerichtet hatte, bekam das Landtmann seine bis heute erhaltene und unter Denkmalschutz stehende Innenaustattung. Besonders auffällig und jedem eintretenden Gast sofort ins Auge springend sind die 4 Holzsäulen des Entrees, die vom Bildhauer Hans Scheibner geschaffen wurden und deren Dekoration berühmte Premierenszenen des Burgtheaters darstellen. Mit dieser aufwendigen Innen-Neugestaltung festigte das Landtmann seine Position als das eleganteste Kaffeehaus Wiens. Nach dem 2. Weltkrieg übernahm im Jahr 1949 Konrad Zauners Sohn Erwin die Leitung des Café Landtmann und führte es mit großem Erfolg weiter.

Im Jahr 1976 übernahm schließlich die Familie Querfeld das traditionsreiche Kaffeehaus. Am 1. Oktober 1998, zum 125. Jahrestag, gab es ein großes Fest, zu dem unzählige Prominente aus Politik und Kultur sowie viele Stammgäste kamen, um den runden Geburtstag des legendären Kaffeehauses zu feiern. Unter der Führung der Familie Querfeld wurde das Kaffeehaus mit viel Liebe und mit massivem finanziellen Aufwand in den Jahren 1982 sowie 2001 und 2002 rundum erneuert. Denn der Cafétier-Familie Querfeld ist es ein besonderes Anliegen, daß das Landtmann auch im 21. Jahrhundert „Wiens elegantestes Café-Localität“ bleibt.


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