Vortrag

Zwischen Stundenplan und Rabaukentum - Studenten an der Universität Innsbruck in der Frühen Neuzeit


Die Vortragende ist Univ. Prof. Mag. Dr. Margaretha Friedrich vom Institut für Geschichtswissenschaften und Europäische Ethnologie der Universität Innsbruck.

Von der Gründung der Universität Innsbruck erhofften sich die Stände eine kostengünstige Ausbildung der jungen Männer Tirols vor Ort und die Stadt Innsbruck eine Steigerung ihrer Wirtschaftskraft. Was man vielleicht zu wenig bedacht hatte, war das Unruhepotenzial, das mit den Studenten, von denen bei weitem nicht alle unter einer unmittelbaren hausväterlichen Aufsicht standen, in die Stadt kam. Ging es in den ersten Jahrzehnten um körperliche Auseinandersetzungen mit Handwerkern, Soldaten, Jägern, Nachtwächtern, so nahm diese Form der Gewaltbereitschaft in den ersten Jahrzehnten des 18. Jahrhunderts ab. Doch bald begann man ein anderes Unruhepotenzial zu fürchten: Ideen der Aufklärung, der Französischen Revolution. Das Verhalten der Studenten wird an anschaulichen Quellenbeispielen ebenso gezeigt, wie die Maßnahmen der Obrigkeit, die auch vor den Professoren nicht haltmachten. In einem zweiten Teil werden die (theoretisch) strikt vorgeschriebene Gestaltung des Studienalltags, einige wesentliche Veränderungen im Lehrprogramm im Lauf des 18. Jahrhunderts und die steigende Bedeutung von Abschlüssen kurz skizziert.

Anlässlich des 350. Geburtstags der Vorarlberger Landesuniversität präsentiert sich die Universität Innsbruck in Vorarlberg mit der zwölfteiligen Veranstaltungsreihe „ForscherInnen hautnah“. Professorinnen und Professoren referieren und diskutieren über Forschungsergebnisse mit Vorarlbergbezug.


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