Vortrag · Literatur · Theater

Zweifels Reflektorium mit Ruth Klüger


Hoffnung macht feige

Ist der Holocaust erklärbar? In ihrer Kindheit, als Verschleppte in Auschwitz, erlebte Ruth Klüger den Unglauben der Mitgefangenen an das unfassbar Grausame – die Vernichtungsmaschinerie war für viele, selbst noch in ihrer aussichtslosen Situation, inmitten des zivilisierten Mitteleuropa nicht vorstellbar.

Ihre Mutter, mit ihr in Auschwitz interniert, beschreibt sie als paranoide, verzweifelte Frau – und ist überzeugt davon, dass dies ihr Leben rettete: „Es sind die Verrückten, die auf verrückte Situationen richtig reagieren.“

Ihre Erlebnisse in Wien und den Lagern, der Zeit nach dem Krieg und ihre Emigration nach Amerika hat Ruth Klüger in ihrem 1992 erschienenen Buch weiter leben dokumentiert – trotzdem bleibt der Holocaust für sie ein ungelöstes Rätsel, das Rätsel der menschlichen Freiheit, die auch ins abgrundtief Böse führen kann. Doch Ruth Klüger hält daran fest, „dass weiteres Forschen, Dichten, Nachdenken und Diskutieren zu einer Erhellung führen möge über unser Tun und Lassen, das heißt, über die Möglichkeiten und Grenzen dieser unserer zwielichtigen, zweideutigen, zwiespältigen menschlichen Freiheit.“

Nachlese zu den bisherigen Reflektorien unter: www.burgtheater.at/reflektorium


Vergangene Termine