Vortrag

Zur Rezeption des Buddhismus in der Habsburgermonarchie im 19. Jh.


Zur Rezeption des Buddhismus in der Habsburgermonarchie im 19. Jh. Mit einem biographischen Beispiel:
Anton Payer (1853-1883)

Mit Dr. Hubert Weitensfelder

Die frühe Geschichte des Buddhismus in Österreich ist bislang nur recht lückenhaft erforscht. Informationen über diese Religion gelangten auf vielen Wegen nach Österreich: Internationaler Handel, Mission und allmähliche Rezeption durch katholische Theologen, militärische und zivile Marine-Expeditionen, private Reisen, wissenschaftliche Arbeiten und Sammeltätigkeit sowie manche geistige Strömungen trugen dazu bei.

Die Hinwendung zum Buddhismus als religiöse Praxis oder gar Konversionen stellten aber extreme Ausnahmen dar. Möglicherweise der erste österreichische Buddhist war der Kärntner Lehrersohn Anton Payer. Er absolvierte Studien in Wien, wo er eine Zeit lang unterrichtete. Während einer Waffenübung des Heeres setzte er sich ab und gelangte auf einem Schiff nach Bangkok. Payer erhielt eine Stelle am Hof des siamesischen Königs. 1878 trat er zum Buddhismus über und verbrachte drei Jahre in einem Mönchstempel. 1883 besuchte er Wien und überließ dem Naturhistorischen Hofmuseum eine Reihe von Objekten, Büchern und Manuskripten. Kurz vor seiner geplanten Rückkehr nach Siam setzte Payer seinem Leben selbst ein Ende.

Zum Vortragenden: Hubert Weitensfelder, geboren 1959 in Dornbirn, ist Historiker und Dozent am Institut für Wirtschafts- und Sozialgeschichte der Universität Wien. Er betreut den Sammlungsbereich Produktionstechnik am Technischen Museum Wien.

Bitte beachten Sie, dass das Museum im Rahmen der Veranstaltungen der Weltmuseum Wien Friends nur mehr über einen Seiteneingang zu betreten ist. Entsprechende Beschilderungen werden angebracht.


Vergangene Termine