Theater

Zuhause


Ingrid Lausunds Monologe über den wichtigsten Ort der Welt, zeigen auf witzige Art und Weise, wie unterschiedlich die Vorstellungen von einem „Zuhause” sein können. Und dass dieser Sehnsuchtsort nicht immer positiv belegt ist.

Was ist das? Zu Hause. Da kann ich mich ganz in Ruhe in die Badewanne legen und entspannen, wo ich doch jetzt endlich das Badezimmer neu gestaltet habe. Wunderbar so ein Schaumbad. Wenn da nicht das schlechte Gewissen wäre; denn die armen Menschen in Afrika leiden Hunger, während ich mich im Badeschaum erhole.

Zu Hause. Was bedeutet das für dich? Mit dir zusammen zu sein, in deinen Armen zu liegen, mich geborgen fühlen. Ja? Nein. Ich kann es kaum erwarten, wenn du übers Wochenende wegfährst und ich endlich mal die Wohnung ganz für mich alleine habe. Das heißt dann, zuerst Mal den Dresscode lockern, fernsehen und Computer spielen die ganze Nacht, und rauchen bis die Wohnung qualmt. Hauptsache am Sonntag Abend ist wieder alles schön aufgeräumt und das Curry gekocht.

Zu Hause? Endlich ist die Wohnung so eingerichtet, wie sie sein soll. Gemütlich und doch groß, mit Kamin und kuscheliger Sofaecke. Es steckt viel Arbeit in der Wohnung, aber jetzt ist endlich alles perfekt. Wenn da nicht mein Ehemann wäre, dem ich vor Jahren die ewige Liebe geschworen habe. Gut, man kann sich natürlich aus dem Weg gehen, aber manchmal begegnet man sich doch in der Küche. Nur zu blöd, dass er den Großteil der Wohnung bezahlt hat.

Zu Hause? Das habe ich mir mit meiner Frau aufgebaut, um den Kindern ein Dach über dem Kopf zu bieten. Doch jetzt stehen wir kurz davor unser Heim zu verlieren. Die Schulden sind zu groß, nun steht die Zwangsvollstreckung vor der Tür. Und meine Frau hält mich für einen Versager.

Besetzung:

Antony Connor, Bernadette Heidegger, Lukas Möschl, Magnus Pflüger, Alexandra Sagurna, Christiane Warnecke

Regie: Caroline Richards
Ausstattung: Ragna Heiny
Dramaturgie: Christoph Batscheider
Maske: Andrea Linse


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