Theater

Zigeuner-Boxer


Die Vorlage für ihr bewegendes Klassenzimmerstück fand Rike Reiniger in der Biografie von Johann „Rukeli“ Trollmann, der 1944 im KZ ermordet wurde.

„Die Erinnerung hat mich. Sie ist in mir.“ Mehr noch, sie quält Hans. Die bedrückende Erinnerung an seinen Freund Ruki. Dabei sind doch auch schöne Erinnerungen dabei – wie sie sich kennenlernten, wie sich ihnen im Boxclub eine neue, aufregende Welt eröffnete. Wie sie für kurze Zeit glaubten, die Stadt gehöre ihnen, und Hoffnung in der Luft lag. Dass Ruki der bessere Boxer war, hat Hans nicht gestört. Gemeinsam feierten sie Rukis erste Erfolge, der „Zigeuner-Boxer“ und der blonde Hans. Zur großen Karriere kam es aber nicht, weil der Nationalsozialismus im Vormarsch war. „Deutsch" sollten die Sportvereine sein, Boxer, die wie Ruki „undeutsch“ kämpften, tänzelnd dem Gegner auswichen und antäuschten, wurden die Titel kurzerhand aberkannt. Mit den Mechanismen, die der NS-Apparat in Gang setzte, wurde auch Hans’ Freundschaft auf eine Bewährungsprobe gestellt.

Jugendstück von Rike Reiniger . Ab 14 Jahren

Regie Philipp Rudig
Ausstattung Heike Clauss


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