Kunstausstellung

Zerstören


Kann Kunst ein effektives Instrument sein, um utopische Gegenentwürfe zu entwickeln? Und wie entkommt sie der Gefahr ihrer Instrumentalisierung? In einem escLAB entwickeln international tätige Künstlerinnen und Künstler mögliche Antworten, stellen Fragen und schaffen neue Synergien.

Man kann durchaus den Eindruck gewinnen, dass unsere heutige Zeit die Ansammlung aller Dystopien der vergangenen 50 Jahre darstellt. Alles, was Orwell und Co. beschrieben haben, ist eingetroffen oder wird an Negativem sogar übertroffen. Ängste und Ohnmachtsgefühle werden bewusst geschürt, politische und ökonomische Autoritäten machen sich Terror, Flüchtlingskrise und die damit verbundene Unsicherheit zunutze, um effizientere Überwachung, vermehrte Waffenproduktion und dergleichen zu forcieren und gewinnbringende Geschäfte zu machen.

Das Projekt „Zerstören“ behandelt die damit einhergehenden Fragen: Birgt die Auseinandersetzung mit den ausbeuterischen Vorgängen, mit den Katastrophen in dieser dystopischen Welt auch die Gefahr, neue, noch raffiniertere Geschäfte und Spekulationen zu befeuern? Wohnt der Darstellung von Elend und Leid die Gefahr inne, eine Ersatzhandlung anzubieten, die wirkliches Handeln ersetzt?

Und: Gelingt es, uns 500 Jahre nach dem Erscheinen von Thomas Morus’ „Utopia“ – dem Ursprung des Utopiebegriffes – einer dystopischen Matrix zu entfliehen? Ein neues Programm zu schreiben? Ist die Kunst in all ihren Facetten und Wirkungen ein effektives Instrument, eine Insel der Utopie? Um diese Fragen zu diskutieren, lädt das esc medien kunst labor künstlerisch tätige Kollektive aus verschiedenen Disziplinen ein, sich im Rahmen eines escLab in Graz zu treffen. Die Ergebnisse werden während des steirischen herbst in den Ausstellungsräumen des esc medien kunst labor präsentiert: kollektive Prozesse, in denen die Arbeitsweisen der Einzelnen einander produktiv ergänzen.

Mit CN:FM (GB), etc - Eclectic Tech Carnival, FemHack (CA), GreenNet (GB), Maschen (AT), Mzbaltazar‘s Laboratory (AT), THF - Transhackfeminist Meeting

Kunst im Gespräch
Di 04/10, 18.00
esc medien kunst labor
Teilnahme kostenlos


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