Theater

Yorick stirbt


Eine Vorstellung noch, dann ist Schluss: Ein Theaterdirektor schließt sein Theater, lässt die Kulissen demontieren und resümiert über sein Leben auf der Bühne. Es ist ein gekonntes Spiel zwischen melancholischem Abschied und handfester Komik, durchwoben von literarischen Anspielungen, das der Dramatiker Joachim J. Vötter dem Wiener Off-Theaterstar Hubsi Kramar, seinem langjährigen Freund und Förderer, da auf den Leib geschrieben hat.

Der Theaterdirektor kommt im zerschlissenen Frack und mit einem Besen vor den klassischen roten Samtvorhand der Bühne und erzählt, dass er genug habe. Genug von seiner Karriere vom Burgtheater bis Bochum, genug von der täglichen Arbeit auf und hinter der Bühne, genug davon, der Narr zu sein. Er hat einen Autor und einen Schauspieler dabei, die die Kulissen demontieren sollen. Doch die beiden haben dazu keine rechte Lust, sitzen vielmehr in Beckett-Manier herum und grübeln.

Kramer gibt noch einmal Hitler - eine Rolle, mit der er in verschiedenen Aktionen und Stücken für mehr oder weniger Aufregung gesorgt hat. Bevor der letzte Vorhang fällt, holt er schließlich einen Totenschädel aus dem Fundus, und mit dem Narren Yorick aus "Hamlet" schließt sich der Kreis.

"Yorick stirbt" von Joachim J. Vötter
Mit: Hubsi Kramar, Daniel Doujenis, Markus Kofler
Inszenierung/Raum: Ernst M. Binder
Ausstattung: Vibeke Andersen
Licht: Geari Schreilechner
Assistenz: Monika Zirngast
Technik: Christoph Trummer
Eine Koproduktion von dramagraz und echoraum, Wien
http://hubsikramar.net/
http://dramagraz.mur.at/


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