Tanz

¿Y después?



¿Y después? (spanisch "und nachher?") beschreibt eine Situation, Stimmung nach einem Pogrom (russisch "Verwüstung"), wie in Federico García Lorcas "Romance de la Guardia Civil española".

Die Stadt Jerez de la Frontera in Andalusien wird dabei durch einen brutalen Übergriff der spanischen Guardia Civil auf die Zigeuner zerstört, viele Menschen überleben diesen Angriff nicht, werden verwundet oder können gerade noch flüchten. Am Ende des Gedichts schreibt Lorca: "Die Guardia Civil zieht weiter durch einen Tunnel des Schweigens". Eine Beschreibung, die beliebig auf die Jetztzeit übertragbar scheint.

"¿Y después?" stellt weniger das Ereignis eines Pogroms in den Vordergrund, als vielmehr die Stille danach, eine unvorstellbare Leere, hervorgerufen durch den Schock des Wahnsinns. Das Ballett ist kein Flamenco, aber die rhythmische Basis, das gedankliche Gerüst ist eine Siguiriya, ein Klagegesang tief verwurzelt in der Geschichte der andalusischen Zigeuner. Anfangs nur in wenigen Schritten angedeutet, wird sie in der Beschreibung des Einmarsches der Truppen mehr, tritt bei der Beschreibung des Mordens häufig auf, um schließlich in den Szenen danach weniger bis gar nicht mehr in Erscheinung zu treten.

Nach "Romance de la Guardia Civil española" von Federico García Lorca

Choreographie: Daniel Hernández
Regie: Emilio Manzano
Tanz: Dolma Jover, Daniel Hernández
Komposition, Gesamtleitung: Michael Hazod
Dirigent: Franz-Josef Hauser
Orchester: Ensemble Wels
Eva Marschall Sopran, Sophie Wahlmüller Viola, David Volkmer Gitarre, Sebastian Hazod Kontrabass, Markus Lindner Percussion
Dauer: ca. 60 Minuten

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