Theater

Woyzeck


Woyzeck liebt Marie, mit der er ein uneheliches Kind hat. Um seine Familie zu ernähren, schlägt er sich mit Gelegenheitsarbeiten durch und stellt seinen Körper für medizinische Experimente, die seine körperliche und geistige Gesundheit gefährden, zur Verfügung.

Woyzeck hört immer öfters unheilvolle Stimmen und versucht täglich, die Demütigungen sowie die Willkür seiner Vorgesetzten zu ignorieren, denen er als einfacher Soldat ausgeliefert ist. Doch als Marie sich mit dem Tambourmajor einlässt, nehmen Wut, Schmerz und Einsamkeit überhand. Im Fieberwahn der Eifersucht lässt Woyzeck sich von seinen inneren Stimmen leiten und richtet sich gegen seine Liebste.

Für Büchners berühmtes Fragment über "das Leben des Geringsten" von 1837 hat der große Melancholiker Tom Waits mit Texterin Kathleen Brennan wunderbar raue und doch zarte Songs komponiert, die erstmals 2002 in der Kopenhagener Inszenierung von Robert Wilson zu hören waren. Entstanden ist eine zeitlose musikalische "Woyzeck"-Version, die die Sehnsüchte und die Lebensgier der Figuren aus Büchners Text in schrägen, schönen und sehr eigenen Songs aus dem Waits'schen Kosmos direkt auf die Bühne bringt. Das singende Ensemble wird von einer Band mit renommierten Dresdner Musikern unterstützt. Die Regisseurin Sandra Strunz inszeniert die sozialkritische Geschichte um den Soldaten Woyzeck als schrill-tragisches Musical, das mit starken Bildern, berührenden und teilweise grotesken Szenen sowie grandiosen Schauspielern überzeugt.

"...nichts als das Schicksal eines gemeinen Soldaten (um 1848 etwa), der seine ungetreue Geliebte ersticht, aber gewaltig darstellend, wie um die mindeste Existenz, für die selbst die Uniform eines gewöhnlichen Infanteristen zu weit und zu betont erscheint, wie selbst um den Rekruten Woyzeck, alle Größe des Daseins steht, wie er’s nicht hindern kann, dass bald da, bald dort, vor, hinter, zu Seiten seiner dumpfen Seele die Horizonte ins Gewaltige, ins Ungeheure, ins Unendliche aufreißen, ein Schauspiel ohnegleichen, wie dieser missbrauchte Mensch in seiner Stalljacke im Weltall steht, malgré lui, im unendlichen Bezug der Sterne. Das ist Theater, so könnte Theater sein." Rainer Maria Rilke, Brief an Maria von Thurn und Taxis, 9. Juli 1915

Staatsschauspiel Dresden


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