Kunstausstellung · Fotografie Ausstellung

Wolfgang Popp - Landschaft mit Vögeln


Der Autor und Journalist Wolfgang Popp spürt mit seiner Ausstellung Landschaft mit Vögeln der Verbindung von Literatur und Raum nach.

Der Autor und Journalist Wolfgang Popp spürt mit seiner Ausstellung Landschaft mit Vögeln der Verbindung von Literatur und Raum nach.

Ausgehend von der Überzeugung, dass Orientierung in wirklichen wie auch erfundenen Gegenden notwendiger Teil des erzählerischen Prozesses ist, legt er den Geist der Räume frei. Fotoapparat und Notizbuch sind die Instrumente seiner Expeditionen. Ihre spezfischen Möglichkeiten ausspielend, arbeitet Popp die Essenz der Orte anhand konkreter Beispiele heraus.

Seine Strategie lässt sich dabei als zweiteiliges Prinzip fassbar machen: So operiert er einerseits reflexiv mit raumtheoretischen Leitlinien und literarischen Traditionen und setzt sich andererseits der realen Geografie und ihren Versprechungen aus. Der sprichwörtliche Finger auf der Landkarte, ein beliebter Startpunkt erzählerischer Unternehmungen, trifft dabei auf das Ungeplante, auf das Überraschende und mitunter auch auf das Irritierende.

Die Orte speisen kulturelle Räume, die sich für Popp in die innerste Struktur von literarischer Arbeit einschreiben, sie prägen die Werke dieses sensiblen Beobachters. Popp weist dem Ort innerhalb seiner künstlerischen Reaktionen nicht nur einen außergewöhnlich hohen Stellenwert zu, vielmehr verbinden sich für ihn – etwa in seinen eigenen Romanen – die Fiktion der Handlung und der dokumentarische Impuls der Räume.

Die ausgestellten Arbeiten machen eine Bewegung hin auf neue Formen der Weltsicht nachvollziehbar, sie sind stimmiger Ausdruck dieser für den Autor so zentralen Wechselbeziehung. Die Wirkkraft der Orte und der darin eingelagerten, immer wieder neu zu entdeckenden Räume erweist sich für Wolfgang Popp nicht zuletzt auch als ein dynamisches Element literarischen Fortkommens: „Manchmal sorgt der Ort dafür, dass die Geschichte weitergeht und manchmal die Figur. Und vielleicht hängt der Rhythmus einer Geschichte von genau diesem Wechsel zwischen ortsgetriebener und figurengetriebener Handlung ab.“

Wolfgang Popp, geb. 1970 in Wien, studierte Sinologie und Geschichte in Wien und China und war Studienreiseleiter im Fernen Osten. Popp lebt als Autor und Journalist in Wien und veröffentlichte jüngst mit Wüste Welt (Edition Atelier, 2016) – nach Ich müsste lügen (Folio, 2013) und Die Verschwundenen (Edition Atelier, 2015) – den letzten Teil seiner Roman-„Trilogie des Verschwindens“.


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