Vortrag

Wolfgang Neugebauer: Der österreichische Widerstand 1938-1945


In der Neuauflage 2015 sind in Wolfgang Neugebauers Standardwerk zum österreichischen Widerstand die neuesten Ergebnisse umfassender Forschungsprojekte eingeflossen.

Lange Zeit galt der Widerstand in Österreich gegen das Nazi-Regime als umstrittenes Engagement, dem man voller Misstrauen begegnete, den man vielfach anzweifelte, bagatellisierte oder schlichtweg leugnete. Schließlich war ein großer Teil der Bevölkerung vom "Anschluss" und von den Anfangserfolgen des Nationalsozialismus beeindruckt gewesen.

Doch unter der Maschinerie des Schreckens formierten sich trotz massiver Repression durch Gestapo, Nazi-Gerichte und KZ sowohl linke als auch konservative Widerstandskräfte, die ihr Leben riskierten, vielfach verloren und sich letztlich bemühten, den von den Alliierten 1943 geforderten "eigenen Beitrag zur Befreiung" Österreichs zu leisten.

Der Bogen spannt sich von sozialistischen und kommunistischen Organisationen über den Widerstand aus dem christlichen, konservativen und monarchistischem Lager, über überparteiliche Gruppen wie etwa "O5", den Partisanenkampf insbesondere der Kärntner Slowenen und Widerstand im Militär und in KZ bis hin zu den von unzähligen Einzelpersonen gesetzten Widerstandshandlungen.

Wolfgang Neugebauer, geboren 1944 in Wien, Studium der Geschichte und Geographie (Dr. phil.), seit 1969 im Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands (DÖW) tätig; 1983-2004 wissenschaftlicher Leiter; seit 1995 Honorarprofessor für Zeitgeschichte an der Universität Wien; zahlreiche Publikationen zu Widerstand und Verfolgung, insbesondere NS-Euthanasie und -Justiz, Rechtsextremismus und FPÖ.

Moderation: Christian Schacherreiter

Wolfgang Neugebauer, Der österreichische Widerstand 1938-1945, Edition Steinbauer, 2015

http://www.posthof.at/denkzonen
http://www.edition-steinbauer.com/


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