Literatur

Wolfgang Kauer: Frau Venus auf Wanderschaft


Mythographischer Roman über die Felszeichnungen der Nordalpen.

In vorchristlicher Zeit stiegen Menschen auf Berge, um Verstorbener zu gedenken oder den Frühling herbei zu tanzen. Über ihre religiösen Vorstellungen informieren sie uns in Felsritzbildern. Dieses Buch bietet erstmals logische Erklärungen über die Inhalte der rätselhaften Symbole und Geschichten rund um Tod und Fruchtbarkeit. Es gibt verschiedene Hinweise darauf, dass der steirische Minnesänger Ulrich von Liechtenstein, als Transvestit eine Conchita Wurst des Mittelalters, die vorchristliche Naturreligion gekannt haben muss. Sein Freund, ein Burgherr bei Mondsee, liefert den Schlüssel zum Geheimnis. Die Hauptperson namens Will kämpft gegen finanzielle Not, der er durch eine Ehe in Sardinien zu entkommen glaubt. Doch dafür muss er erst die Probezeit bestehen, verknüpft mit einer Auftragsreise, die ihn mit dem Motorrad auf dem Frankenweg von Rom bis Wien und weiter ins Salzkammergut führt, wo er immer tiefer in den Sog der faszinierenden Felsbilderwelt rund um Bad Ischl gerät.

In diesem Roman geht es um Felszeichnungen in den Nordalpen. Um diesen in prähistorischen Tiefen verankerten Kern rankt sich eine Romanhandlung, die eingängig und spannend erzählt wird, die sich aber immer wieder bizarre und surrealistische Ausbrüche erlaubt. Wolfgang Kauer hat sich mit zwei «ikonographischen Romanen», in denen die keltische Schnabelkanne von Hallein die Hauptrolle spielt («Der Code der Schnabelkanne» und «Frau Perchta und die Schnabelkanne») einen Stamm treuer Leser geschaffen.
Autor und Sinologe Rupprecht Mayer, Berchtesgaden, Kurzprosa-Spezialist im deutsch- und englischsprachigen Raum


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