Diverses · Literatur

Wolfgang Hermann - Walter oder die ganze Welt


In einem alpenländischen Städtchen, unschwer als Dornbirn erkennbar, nimmt alles seinen althergebrachten, festgefügten Gang, aufmerksam bewacht von Autoritäten wie dem Pfarrer und dem Bürgermeister.

Walter, der Verkehrspolizist, dirigiert inmitten der Straßenkreuzung das Orchester der Fahrzeuge, und hält er nicht auf diese Weise auch das Gleichgewicht aufrecht in seiner kleinen harmonischen Welt? Doch eines Morgens taucht August Hummel nicht Punkt 12 Uhr unter Walters Bürofenster auf, um den Mittagstisch bei seiner Frau einzunehmen. Und auch sonst scheint mehr im Argen zu liegen, als auf den ersten Blick erkennbar.

Mit Walter, dem harmoniebedürftigen Polizisten, geht Wolfgang Hermann auf die Suche nach den Bruchlinien im Vorarlberg der 70er Jahre. Er folgt den Hippies in ihre Berghüttenzuflucht. Und einen Keks wird man dort ja noch annehmen dürfen… Die Figuren von Wolfgang Hermann sind mit zärtlicher Ironie gezeichnet. Er schreibt über seine Heimat ohne jedwede Heimattümelei, doch mit heiterer Nonchalance. So wird ein Blick in den Spiegel auf die Lebenslügen und Abgründe einer Generation ohne Bitterkeit und Anklage möglich. Eine Erzählung über Dornbirn und weit darüber hinaus.


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