Theater

Wolfgang Dobrowsky - Patty Diphusa


Auf der Suche nach Pedro Almodóvars verrückt schillernden Figuren wirft sich Wolfgang Dobrowsky ins Madrider Nachtleben der 80er-Jahre und wird fündig bei einer literarischen Kreation des spanischen Filmgenies: PATTY DIPHUSA – überirdisch schlaf- und hemmungslos wie lebenshungrig und rührend sehnsüchtig.

Die unwiderstehliche Anziehungskraft, die nahezu alle Geschöpfe Almodóvars auszeichnet, liegt in ihrer Offenherzigkeit, mit der sie ihren Lebensentwurf vor uns ausbreiten, behaupten und eben schlicht leben … auch um davon erzählen zu können. Denn: Ihrer Bedeutsamkeit als noch so greller Klecks auf der Farbpalette der Gesellschaft sind sie sich allesamt bewusst.

So sind ihre Enthüllungen letztlich alles andere als schockierend, geht es doch ihrem Erfinder immer darum, Menschen in ihrem alltäglichen Selbstverständnis zu zeigen – Träume und Sehnsucht inbegriffen. Das weckt Sympathien für‘s Ver-rückte und macht Fragen nach Alter, Geschlecht, sexueller Orientierung etc. überflüssig. Dass PATTY keinesfalls die Absicht hat zu provozieren oder gar Tabus und Grenzen zu brechen, das teilt sie mit ihrem Schöpfer. Denn: Dazu müsste man letztere ja erst mal als solche anerkennen. Unverblümt ist das charmant altmodische Wort, das einem bei Wolfgang Dobrowskys Begegnung mit der Madrider Nachtschwärmerin aus den 80ern vor die Linse rutscht.


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