Theater

Wir sind keine Barbaren!


Philipp Löhle überführt die gesellschaftliche Debatte rund um die Themen „Asyl“ und „Migration“ – mit ihren Fragen nach Mitmenschlichkeit und Besitzstandswahrung, mit ihrer Angst vor dem und der Faszination am Fremden – in eine schlüssige Spielhandlung für vier Akteure.

Barbara und Mario, ein Paar mittleren Alters, bekommt neue Nachbarn: Linda und Paul. Auch wenn das erste Kennenlernen mehr als holprig verläuft, finden die beiden Pärchen doch ausreichend gemeinsame Interessen – die Männer fachsimpeln über Flachbildschirme, die Frauen über Yoga –, um eine höfliche Freundschaft zu pflegen. Doch als eines Nachts ein Fremder auftaucht, dem Barbara kurzerhand Asyl in ihrer Wohnung gewährt, ist es mit den Höflichkeiten vorbei. Schon was Namen und Herkunft des Flüchtlings betrifft, kann man sich nicht einigen. Er heißt entweder Klint oder Bobo und kommt aus Asien oder Afrika. Jedenfalls hat er Schreckliches durchgemacht, was doch zu uneingeschränkter Hilfsbereitschaft verpflichten sollte. Oder stellt er eine Bedrohung dar? Oder ist er gar eine exotische Verlockung? Noch bevor darüber endgültig entschieden werden kann, verschwinden Barbara und der Fremde.

Das 2014 in Bern uraufgeführte Werk wechselt gekonnt zwischen Komik und Tragik und lässt den Zuschauer mit der Frage zurück: Wie würde ich handeln, wenn das Fremde in Person eines mysteriösen Flüchtlings vor meiner Tür stünde?


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