Film · Theater · Klassik

Winterreise


William Kentridge hat zu den vierundzwanzig Liedern von Franz Schuberts Winterreise vierundzwanzig Animationsfilme gezeichnet, Landschaften als Metaphern des Erinnerns und Vergessens:
≫Die Art und Weise, wie sich Geschichte in Landschaften verbirgt, entspricht der Funktionsweise unseres Erinnerns. Dinge, die scheinbar unauslöschlich in unser Gedächtnis eingeschrieben sind, verblassen allmählich und werden trügerisch. Dieser Prozess spiegelt sich in der Landschaft, die auf ihr geschehene Ereignisse nicht festhalten kann.≪

William Kentridge fertigt eine Zeichnung an und filmt sie ab, das Original wird ausradiert, überzeichnet, erneut gefilmt und wieder ausradiert: ≫Steinzeitliches Filmemachen≪ nennt er diese Technik der Transformation.
Seine tänzerisch-leichten und eleganten Animationen und ihr subtiler Humor stehen in scheinbarem Antagonismus zur Melancholie in Franz Schuberts Winterreise.

Bei den Wiener Festwochen wirft William Kentridge einen überraschenden Blick auf diesen wohl berühmtesten Liederzyklus als ≫Trio für Sänger, Pianist und Filmprojektor≪. Musik wird sichtbar, die bewegten Bilder hörbar.


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