Theater

Willkommen in meinem Schutzraum!


Das Motto des neunten Nachwuchs-Wettbewerbs Willkommen in meinem Schutzraum! ist auf reges Interesse gestoßen.



Insgesamt wurden 73 Projekte eingereicht, vorwiegend aus dem deutschsprachigen Raum, einzelne Einreichungen kamen aus der EU.

Nach drei Tagen intensiver Hearings, zu denen 11 Gruppen eingeladen waren, stehen jetzt die FinalistInnen fest. Ausgewählt wurden vier Projekte, die uns durch einen klaren inhaltlichen Fokus und eine schlüssige theatralische Umsetzung überzeugen konnten.

Die FinalistInnen
Franz-Xaver Mayr, Korbinian Schmidt, Nehle Breer und Silvan Frick mit
Die großen Kinder unsrer Zeit
In einer großen Geste weisen Korbinian Schmidt und Franz-Xaver Mayr die Idee eines Schutzraumes zurück. Sie sagen probeweise NEIN und lehnen alle gewohnten Vorstellungen vom Glück ab, um dem neuen Leben in der Unruhe – ohne Erdung, Wurzeln, Herkunft – lustvoll auf die Spur zu kommen.

Gruppe XXXX: Larissa Kramarek, Enis Maci, Mazlum Nergiz und Valentin Werner mit
Lichtet jeden Anker
Lichtet jeden Anker ist eine Annäherung an den Punkt des größten Schmerzes, ist der Ausdruck eines Unwohlseins, wenn von Versöhnung nicht Rede sein kann.
In fünf Szenen fragen Larissa Kramarek, Enis Maci, Mazlum Nergiz und Valentin Werner nach der Unmöglichkeit, unversehrt zu bleiben, fragen nach dem, was eine post-migrantische Wirklichkeit sein kann, fragen danach, ob es einen Schutzraum gibt, an den man sich zurückziehen kann, wenn alle Stricke reißen, und danach, wer oder was sie sind, diese Stricke.

Magdalena Fischer, Stefan Hornbach, Sarah Strauss und Sophie Utikal mit
YOU'RE JUST JEALOUS / DAS GEGENTEIL VON GUT
Freundschaften basieren auf Vertrauen und Ähnlichkeiten. Ähnliches Alter, ähnliche Interessen, ähnliche Struggles. Doch lässt sich dieses Ähnlichkeitsverhältnis übertragen auf Jahresgehalt, Reisepass, Bildungsgrad, Begehren und Körper? Ab wann werden Freundschaften exklusiver? Besitzt diese Beziehungsform subversives Potential im Kampf gegen soziale Ungleichheit und dadurch geprägte Abhängigkeiten? Welche Formen des Scheiterns tun sich in diesen Kämpfen auf – und welchen Umgang finden wir damit?

Isabella Jeschke und Thomas Weilharter mit
Fieber fressen
Wir leben in einer Kultur der Gefälligkeit, in der wir jede Verletzung meiden, in einer Zeit der Positivität und der Projektionen, in der der Schein wichtiger ist als das Sein. Aber was passiert, wenn wir unser Versagen, nicht alles, was wir können sollen auch wirklich zu können, nach außen wenden? Wenn wir unsere Scham, unsere Schuld, unsere Abgründe radikal entblößen? Auf der Suche nach Begegnung öffnen Isabella Jeschke und Thomas Weilharter rückhaltlos ihren höchst privaten Schutzraum.



Die ausgewählten 20-Minuten-Projekte werden 3 Wochen in der Bar&Co zu sehen sein (Premiere: 30. Mai 2016).



Den Gruppen steht in der Probenphase die Regisseurin Katharina Schwarz als Coach zur Seite. Es gibt zwei Preise zu gewinnen: den Publikumspreis, der mit 1.000.- Euro dotiert ist, sowie den Jurypreis. Jenes Stück, das die Jury (Kira Kirsch, künstlerische Leiterin brut, Bettina Hagen, Kuratorium der Stadt Wien und Karl Ernst Weigel, Leitung Off-Theater und das.bernhard.ensemble) zum Sieger kürt, erhält 5.000 Euro von der Kulturabteilung des Magistrats der Stadt Wien für die weitere Ausarbeitung des Projekts in der kommenden Saison.


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