Oper

Wilhelm Tell


Rütlischwur und Apfelschuss sind die zentralen Szenen in Friedrich von Schillers letztem Schauspiel, »Wilhelm Tell«, und Rütlischwur und Apfelschuss dürfen auch nicht in jener Oper fehlen, mit der Gioachino Rossini 1829 37-jährig seine beispiellose Karriere als Opernkomponist beendet und gleichzeitig die neue Gattung der »Grand opéra« etabliert.

Nach hundertjähriger Fremdherrschaft ist der Leidensdruck der Schweizer so groß geworden, dass sich die Männer der Kantone Uri, Schwyz und Unterwalden verbünden, um sich unter Wilhelm Tells Befehl dem Kampf gegen die Besatzungsmacht der Habsburger zu stellen. Als Tell dem Landvogt Gesler die Ehrerbietung versagt, zwingt dieser ihn in einem Akt der Willkür, einen Apfel vom Haupte seines Sohnes zu schießen. Tells zweiter Pfeil setzt dem Tyrannen ein Ende, und als sich der Sturm des Aufstands gelegt hat, besingen die Schweizer die neugewonnene Freiheit.

Rossinis »Wilhelm Tell« stellt in jeglicher Hinsicht enorme Ansprüche; beispielhaft zeigt das die Partie des Arnold, die schon James Joyce in ehrfürchtiger Bewunderung so beschrieb: "456 mal das G, 93 mal das As, 54 mal das B, 15 mal das H, 19 mal das C und zweimal das Cis." Nach knapp hundert Jahren – die letzte Aufführung fand 1918 statt – stellt sich die Oper Graz erneut dieser Herausforderung.

Opéra in vier Akten von Gioachino Rossini
Libretto von Étienne de Jouy und Hippolyte Bis
(in französischer Sprache – mit deutschen Übertiteln)

Anlässlich der Eröffnung des Grazer Opernhauses mit »Wilhelm Tell« von Friedrich Schiller am 16. September 1899

BESETZUNG:
Musikalische Leitung: Antonino Fogliani
Inszenierung: Stephen Lawless
Bühnenbild: Frank Philipp Schlößmann
Kostüme: Ingeborg Bernerth
Licht: Reinhard Traub
Dramaturgie: Bernd Krispin

Guillaume Tell: James Rutherford
Arnold Melcthal: Yosep Kang
Walter Furst: David McShane
Melcthal: Konstantin Sfiris
Jemmy: Tatjana Miyus • Nazanin Ezazi
Gesler: Derrick Ballard
Rodolphe: Manuel von Senden
Ruodi: Taylan Reinhard
Leuthold: Umut Tingür
Mathilde: Olesya Golovneva • Margareta Klobučar
Hedwige: Dshamilja Kaiser


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