Klassik

Wiener Symphoniker


Als Chef des Philharmonischen Orchesters seiner Heimatstadt erlangte der New Yorker Dirigent Alan Gilbert Weltruhm. Für seine Konzerte bei den Wiener Symphonikern in der alten Welt bringt er für ein rein tschechisches Programm auch ein Werk mit, das in den Vereinigten Staaten entstanden ist. Bohuslav Martinus im US-Exil komponierte Symphonie Nr. 4 ist eine beeindruckende Reaktion des böhmischen Komponisten auf das Ende des Zweiten Weltkriegs 1945. Gilbert liebt die Musik Martinus, der die Musikgeschichte des 20. Jahrhunderts mit seiner ungemein farbenreichen, harmonisch schillernden und rhythmisch explosiven Tonsprache wesentlich mitgeschrieben hat, jedoch bis heute leider vernachlässigt werde. Aber auch zahlreiche Werke Dvoráks seien nach Gilberts Empfinden immer noch viel zu wenig in den Konzertsälen berücksichtigt. So erklingt das selten zu hörende Klavierkonzert des Komponisten (mit dem exzeptionellen britischen Pianisten Stephen Hough), das es wegen seiner poetischen und lyrischen Qualitäten schwer in der Welt der Virtuosität hat.

Antonín Dvorák
Konzert für Klavier und Orchester g-moll op. 33

Antonín Dvorák
"Zlatý kolovrat" ("Das goldene Spinnrad"), symphonische Dichtung op. 109

Ausklang im Großen Foyer mit Stephen Hough und dem Geremus Jazz Trio feat. Allegra

Die Wiener Symphoniker wurden 1900 unter dem Namen Wiener Concertverein zunächst mit dem Ziel gegründet, einerseits für die breite Öffentlichkeit erschwingliche Orchesterkonzerte zu veranstalten und andererseits den Bedarf an Ur- und Erstaufführungen damaliger zeitgenössischer Werke abzudecken. Am 30. Oktober 1900 schließlich gab der neue Klangkörper unter Ferdinand Löwe sein offizielles Debüt im Großen Saal des Wiener Musikvereins.
Gleich in den ersten Jahrzehnten seiner Existenz brachte das Orchester eine Reihe an heute so selbstverständlich im Repertoire verankerten Werken wie Anton Bruckners Neunte Symphonie, Arnold Schönbergs Gurre-Lieder, Maurice Ravels Konzert für die linke Hand und Franz Schmidts Das Buch mit sieben Siegeln zur erstmaligen Aufführung.

Zu Beginn der 1930er Jahre erhielt das Orchester seinen noch heute gültigen Namen: als nunmehr Wiener Symphoniker feierte man unter dem damaligen Orchesterchef Oswald Kabasta bei großen England- und Italien-Tourneen erstmals auch international Erfolge. Seine bewegte Geschichte kann man nicht nur an den Namensänderungen des Ensembles ablesen. Konnte im Ersten Weltkrieg die Auflösung des Orchesters nur durch die Fusion mit dem 1913 gegründeten „Wiener Tonkünstlerorchester“ verhindert werden, so kam es 1944 tatsächlich zur Stilllegung für immerhin acht Monate.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde das Orchester unter denkbar schwierigen Bedingungen wieder ins Leben gerufen: am 16. September 1945 erklang Mahlers 3. Symphonie im Rahmen eines „Festkonzerts zur Neubildung des Orchesters“. Für die nach 1945 geleistete Aufbauarbeit zeichneten vor allem die damaligen Chefdirigenten Hans Swarovsky sowie Josef Krips maßgeblich verantwortlich.
Danach waren es die Chefdirigenten Herbert von Karajan (1950–1960) und Wolfgang Sawallisch (1960–1970), die das Klangbild des Orchesters entscheidend formten. In dieser Position folgten – nach kurzzeitiger Rückkehr von Josef Krips – Carlo Maria Giulini und Gennadij Roshdestvenskij. Georges Prêtre, formal von 1986 -1991 Chefdirigent des Orchesters, bevorzugte die Bezeichnung „Erster Gastdirigent“ für seine Tätigkeit. Danach übernahmen Rafael Frühbeck de Burgos und Vladimir Fedosejev das Orchester wieder in der offiziellen Position. Seit Beginn der Saison 2005-06 leitete Fabio Luisi als Chefdirigent die Wiener Symphoniker, sein Nachfolger ab 2014-15 ist der Schweizer Dirigent Philippe Jordan.

Als Gastdirigenten feierten zudem Stars wie Leonard Bernstein, Lorin Maazel, Zubin Mehta, Claudio Abbado, Carlos Kleiber oder Sergiu Celibidache viel beachtete Erfolge.
Die künstlerische Arbeit der Wiener Symphoniker ist durch eine große Zahl von hochwertigen CD-Produktionen dokumentiert.

Neben ihrer Präsenz in den großen symphonischen Zyklen der Häuser Musikverein und Konzerthaus veranstalten die Wiener Symphoniker seit Anfang der 1980er Jahre auch eigene Abonnementkonzerte. Zusätzlich zu zwei Symphoniekonzerte-Zyklen präsentieren sich die Mitglieder des Orchesters im Rahmen einer eigenen Kammerkonzerte-Reihe.

Bereits seit 1946 sind die Wiener Symphoniker jeden Sommer das Orchestra in Residence der Bregenzer Festspiele. Dort treten Sie nicht nur als Opernorchester beim Spiel am See und bei der Oper im Festspielhaus in Erscheinung, sondern sind auch mit mehreren Orchesterkonzerten im Programm des Festivals vertreten. Zusätzlich wirken die Wiener Symphoniker seit 2006 bei zahlreichen Opernproduktionen im Theater an der Wien mit und unterstreichen damit ihre herausragende Stellung im Musikleben Wiens.


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