Vortrag

Wiener Strategiekonferenz 2018


Die Redaktion der Österreichischen Militärischen Zeitschrift veranstaltet heuer zum dritten Mal die „Wiener Strategiekonferenz“, mit der versucht werden soll, dem gegenwärtigen Strategiedefizit in Politik, Diplomatie, hoheitlicher Verwaltung, Sicherheitsexekutive, im Militär und in der privatwirtschaftlichen Unternehmensführung entgegenzuwirken.

Es geht dabei nicht um Militärstrategie, sondern um, aus dem militärwissenschaftlichen Denken abgeleitete Grundsätze eines gesamtheitlichen, politikbereichsübergreifenden strategischen Denkens. Die Vortragenden, kommen u.a. aus den USA, Russland, Deutschland, Israel, Schweden, Norwegen, U.K., FR, Finnland und der Schweiz.

In der ersten Konferenz haben wir uns gemeinsam mit hochrangigen Vortragenden um eine erste Arbeitsdefinition von Strategie bemüht. In der zweiten wurde eine mögliche Struktur für das militärwissenschaftliche Kernfach bzw. den Lehrgegenstand „Strategie“ entworfen und diskutiert. In der dritten soll nunmehr ein konkretes Thema auf Basis der, im Vorjahr gefundenen Struktur abgearbeitet werden.

Dieses Thema lautet:

„Narrative, Cyber, Hybridizität, Resilienz“ – neue Phänomene, alter Wein oder nur ein bewegliches Heer von Metaphern?

Ausgegangen wird dabei von der Beobachtung, dass gegenwärtig versucht wird, die Mehrzahl von sicherheitspolitischen Entwicklungen bzw. Herausforderungen durch die Mantra-artige Beschwörung des Vierklangs zu beschreiben, zu erklären, zu entschuldigen – oder die Quadriga von Kunstbegriffen sogar als Lösungsformel darzustellen.

Nun könnte es sich dabei um tatsächlich neue Phänomene handeln. Genauso gut könnte hinter diesem Ansatz könnte nun einfach der Versuch stecken, alten Wein in neuen Schläuchen zu verkaufen. Im schlimmsten Fall (was die bewusst kritische Arbeitshypothese darstellen soll) könnte sich dahinter aber auch späte, verdeckte Reue für Versäumnisse in der Vergangenheit verbergen - eine kunstvolle Ausrede dafür, dass der abendländische Kulturraum zu wenig in seine Verteidigung investiert hat. „Die genannten Phänomene, und insbesondere deren Zusammenwirken seien so neu und übermächtig, dass eine westliche Wertegemeinschaft die geforderte Sicherheit auch bei ehrlichstem Bemühen nicht gewährleisten kann“.

Die Konferenz wird nach folgenden (vorläufigen) thematischen Körben strukturiert, die in Einzelvorträgen und moderierten Panels abgearbeitet werden und im Sinne der Zielsetzung einer Strategieentwicklungs- und Diskussionsplattform viel Raum für das Einbringen eigener Ansätze und deren Diskussion lassen:

• Strategie als Steuerungsinstanz (einschließlich Kriegstheorie)

• Strategie und Philosophie, Bildungsaspekt

• Strategie und Geschichte („Strategiegeschichte“)

• Strategie und Religion, Werte, Interkulturalität

• Strategische Kultur

• Strategie und Geowissenschaften (Geopolitik)

• Strategie und Naturwissenschaft

• Wirtschaft, Energie, Ressourcen

• Strategie im Cyberraum

• Maritimer Aspekt der Strategie (einschließlich „Global Commons“)

• Strategische Kommunikation

• Strategie und Internationale Organisationen, IR-Theorien, Instrumente der Strategie

• Strategieberatung an der Schnittstelle zur politischen Entscheidungsebene

Die Konferenzsprache ist Deutsch – alle Inhalte und Diskussionsbeiträge werden simultan nach Englisch bzw. Deutsch gedolmetscht.

Weil es die Zielsetzung ist, möglichst vielen jungen Akademikern bzw. Studierenden eine Teilnahme zu erleichtern, wurde die Durchführung ohne Einhebung einer Konferenzgebühr geplant.

Die wesentlichsten Vorträge der Konferenz können auch über den Youtube-Livestream verfolgt werden.

Wir würden und über Ihre Teilnahme sehr freuen!


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