Klassik

Wiener Sängerknaben


Dass Chorsingen spannend ist, beweisen die Wiener Sängerknaben immer wieder. Die vermutlich älteste Boy Band der Welt lädt zu den „Friday Afternoons“ ins MuTh. Hier wird dem Wiener Publikum immer das neueste Repertoire der Chöre vorgestellt, von Motetten über Weltmusik bis hin zu Pop. Ganz anders als auf Tournee: die „Friday Afternoons“ werden von einem Orchester begleitet.

Als Maximilian I. 1498 seine Hofmusik nach Wien verlegte und befahl, dass unter den Musikern sechs singende Knaben sein sollten, war damit der Grundstein für die Wiener Sängerknaben gelegt. Heute, 514 Jahre später, pflegen die Wiener Sängerknaben weiterhin die Tradition der ehemaligen Hofsängerknaben und bereisen mit ihren vier Chören die ganze Welt. In Wien kann man sie sonntags als Teil der Hofmusikkapelle in der Hofburg hören, mit ihren Kinderopern und bei den „Friday Afternoons“ im MuTh.

Kartenpreise
66 € / 54 € / 39 €, Loge: 89 €


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Sie stehen auf allen Bühnen der Welt und treten mit den berühmtesten Musikern auf. Sie waren schon in Ho Chi Minh City, New York und in Caracas. Sie fachsimpeln über die Vorteile verschiedener Flugzeugtypen auf Langstrecken und wissen über die kulinarischen Finessen von Seoul bis San Francisco bestens Bescheid. Am 28. Juni werden die zehn- bis vierzehnjährigen Knaben mit einem anspruchsvollen Programm mit gregorianischen Gesängen, a-capella-Motetten, Arien und Liedern aus aller Welt das Publikum in der Arena Nova in Wiener Neustadt begeistern. Es ist wie in Hogwarts: Dort gibt es vier Häuser, bei den Wiener Sängerknaben vier Chöre. Gerald Wirth, künstlerischer Leiter der Sängerschmiede, teilt jeden Knaben einem der Chöre zu, die Bruckner, Haydn, Mozart und Schubert heißen. Das Reisen, die gemeinsamen Konzerte, die täglichen Proben schweißen die Buben zusammen.

Die Wiener Sängerknaben sind der älteste Knabenchor der Welt, der keiner Kirche angehört. Und wohl der mobilste. Bereits für die Kapelle des Kaisers Maximilian I. (1459–1519) gehörte das Reisen zum Leben. Die Musikanten begleiteten ihren Herrn überallhin. Heute sind die Knaben in aller Welt gern gesehene Gäste – jedes Jahr führen Tourneen in die USA, nach Korea, China und Taiwan. Dazu kommen Reisen nach Deutschland, England, Italien und Spanien, nach Südamerika und Australien. Das Phänomen Sängerknaben hat Regisseur Curt Faudon in zwei Filmen beleuchtet. Der Grazer Filmemacher mit Wohnsitz in New York City berichtet in „Silk Road“ über ein Projekt mit Musik von der Seidenstraße. Sein Film „Bridging the Gap“ erscheint in diesem Sommer.

Die Österreich-Tournee bestreitet der Brucknerchor: Edis aus New York City, Yoon Sang aus Seoul, Morgan aus London und Anton und David aus Wien singen mit. Kapellmeister Manolo Cagnin stammt aus Italien. Er ist seit 2007 dabei. A-cappella-Gesänge sind ihm ein großes Anliegen; besonders wichtig ist ihm die Kommunikation mit dem Publikum. „Musik ist ein Geschenk: Als Musiker haben wir die Verpflichtung, unserem Publikum etwas davon mitzugeben. Gleichzeitig wollen wir die Zuhörer unterhalten.“ Die Arbeit mit den Knaben macht ihm großen Spaß. „Im Chor sind viele Persönlichkeiten. Die Kinder lernen von mir, und ich lerne von ihnen.“


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