Klassik

Wiener Sängerknaben


Dass Chorsingen spannend ist, beweisen die Wiener Sängerknaben immer wieder. Die vermutlich älteste Boy Band der Welt lädt zu den „Friday Afternoons“ ins MuTh.

Hier wird dem Wiener Publikum immer das neueste Repertoire der Chöre vorgestellt, von Motetten über Weltmusik bis hin zu Pop. Ganz anders als auf Tournee: die „Friday Afternoons“ werden von einem Orchester begleitet.

Als Maximilian I. 1498 seine Hofmusik nach Wien verlegte und befahl, dass unter den Musikern sechs singende Knaben sein sollten, war damit der Grundstein für die Wiener Sängerknaben gelegt. Heute, 514 Jahre später, pflegen die Wiener Sängerknaben weiterhin die Tradition der ehemaligen Hofsängerknaben und bereisen mit ihren vier Chören die ganze Welt. In Wien kann man sie sonntags als Teil der Hofmusikkapelle in der Hofburg hören, mit ihren Kinderopern und bei den „Friday Afternoons“ im MuTh.



Vor mehr als einem halben Jahrtausend, im Jahr 1498, verlegte Kaiser Maximilian I. seinen Hof und seine Hofmusik von Innsbruck nach Wien. Er ordnete ausdrücklich an, dass sich unter den Musikern auch sechs Knaben befinden sollten. Damit hatte er den Grundstein für die Wiener Hofmusikkapelle, für die Hofsängerknaben und in Folge für die Wiener Sängerknaben gelegt. Bis 1918 musizierte die Hofmusikkappelle ausschließlich für den Hof, bei Messen, privaten Festen und zu Staatsanlässen.

Musiker wie Heinrich Isaac, Heinrich Ignaz Franz Biber, Johann Joseph Fux, Christoph Willibald Gluck, Wolfgang Amadeus Mozart, Antonio Caldara, Antonio Salieri und Anton Bruckner musizierten mit den Hofsängerknaben. Jacobus Gallus und Franz Schubert waren selbst Sängerknaben; wie auch die Dirigenten Hans Richter, Felix Mottl und Clemens Krauss. Die Brüder Joseph und Michael Haydn sangen als Substituten im Chor.

Heute gibt es rund 100 Wiener Sängerknaben zwischen zehn und vierzehn Jahren, aufgeteilt in vier Konzertchöre. Die vier Chöre geben rund 300 Konzerte jährlich vor fast einer halben Million Zuschauern in der ganzen Welt. Jeder der Chöre verbringt neun bis elf Wochen eines Schuljahres auf Tournee. Jedes Jahr fahren die Sängerknaben in die USA, nach China, Japan, Südkorea, sowie in verschiedene europäische Länder; alle zwei bis drei Jahre finden Konzertreisen nach Lateinamerika, nach Australien und Neuseeland statt. Dazu kommen Auftritte in der Wiener Staatsoper, der Volksoper und im Rahmen der Salzburger Festspiele.

Das Repertoire reicht vom Mittelalter bis zur Gegenwart, von klassischer Chormusik über Weltmusik bis hin zu Pop- und Filmmusik. Ein wichtiger Bestandteil des Repertoires sind die eigenen Produktionen von Kinderopern - zuletzt wurde Gerald Wirths Oper '1398 - Der Bettelknabe' im Wiener Musikverein uraufgeführt.

Gemeinsam mit Mitgliedern der Wiener Philharmoniker und des Herrenchores der Wiener Staatsoper pflegen sie als Hofmusikkapelle eine kaiserliche Tradition: Der regelmäßige Dienst in der Hofburgkapelle zählt nach wie vor zu den Aufgaben der Wiener Sängerknaben.

Immer wieder wirken die Wiener Sängerknaben bei Oratorien, Passionen, Opern und symphonischen Werken mit; sie stellen Solisten für Werke wie Bernsteins Chichester Psalms, Mahlers Das klagende Lied oder Mozarts Zauberflöte. Im Herbst 2010 singt ein Sängerknabe den Oberto in Händels Alcina an der Wiener Staatsoper.


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