Klassik

Wiener KammerOrchester - Silvestergala


Zum Jahreswechsel führen Angelika Kirchschlager, Anne Sofie von Otter und Natalia Kawalek durch die Musik-Welten von Kurt Weill – als Einstimmung auf die Premiere von Die Dreigroschenoper, die zu den Zehn-Jahre-Jubiläumsfeiern des Theater an der Wien als Neues Opernhaus im Jänner 2016 stattfinden wird.

ªDer Busoni-Schüler Weill begab sich im Deutschland der Weimarer Republik auf die Suche nach neuen, zeitgemäßen Formen des Musiktheaters und erlebte mit der Dreigroschenoper einen großen Erfolg und mit Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny den Beginn organisierter NS-Krawalle. Gegen die „Dickflüssigkeit Wagnerscher Partituren“ wollte Weill ein Musiktheater als lockere Abfolge von Songs setzen, angeregt durch die zeitgenössische Tanzmusik wie durch Mozarts Nummernoper. Programmatisch wendete er sich gegen „Kunst als Luxus für einige wenige, ausgesuchte Leute“ und verkündete: „Wir wollen eine populäre Kunst, die tatsächlich die Massen anspricht und gleichzeitig diesen Massen Anstöße zum Denken, zum Lernen und zum Verstehen gibt“. Seine Erfüllung fand dieser Anspruch nach der Vertreibung aus Deutschland und Jahren der Emigration in Paris und London schließlich in den USA: Weill fand in New York eine neue Heimat, die ihn auch künstlerisch stark beeinflusste. Elemente des Blues und der Spirituals flossen in seine Werke ein, die sich zunehmend dem Musical annäherten. Mit Street Scene (1947) hatte Weill schließlich sein großes Ziel erreicht, eine „amerikanische Oper“ zu schaffen, und sein letztes vollendetes Werk, Lost in the Stars (1949), realisierte am Broadway das Experiment einer musical tragedy über die Rassentrennung. 1950 starb der Komponist, der eine „populäre Kunst“ hatte schaffen wollen, als hochgeschätzter „American composer“.


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