Theater · Klassik

Wiener Festwochen 2018


Das Theater der Angst und das fragile Gebilde Demokratie....

Der niederländische Künstler Dries Verhoeven bringt mit Phobiarama sein Theater der Angst nach Wien - als Geisterbahn, mitten ins Museumsquartier. Die immersive performative Installation spielt mit unserer Lust am Erschaudern und führt uns dabei genau jene Strategien und Mechanismen vor, die uns täglich umgeben in einer Welt, in der die Kategorien Wahrheit und Lüge ebenso ins Wanken geraten wie die Demokratie an sich.

Seinen ganz eigenen Blick auf den Beginn europäischer Theatergeschichte und die Geburtsstunde der Demokratie europäischen Verständnisses wirft der Shooting-Star des deutschen Theaters Ersan Mondtag in seiner Inszenierung Die Orestie von Aischylos in der Übersetzung von Walter Jens. Nach den Gräueln des Trojanischen Kriegs setzen sich blutrünstiges Morden, Rache, Vergeltung und Familienfehden fort. Dem Wahnsinn ein Ende zu bereiten versucht Pallas Athene durch göttlichen Richterspruch. Doch wie verhalten
sich die Göttinnen, Götter und Menschen, die in Mondtags Orestie als Mensch-Ratten-Hybride bislang ihren dunkelsten Trieben gefolgt sind?

Ebenfalls zurück in die Geschichte Griechenlands geht der Regisseur Ong Keng Sen, bekannt für seine interkulturelle Herangehensweise, wie für die Kunst, scheinbar Vertrautes neu auszuleuchten. In seiner musiktheatralischen Arbeit Trojan Women stellt er Helena ins Zentrum der Tragödie Die Troerinnen von Euripides. Ausgehend von Jean-Paul Sartres Bearbeitung, einem starken Statement gegen Krieg und Kolonialismus, in der Helenas Außenseiterinnen-Rolle als Griechin und Europäerin in ihrer ethnischen Dimension beleuchtet wird, geht Ong Keng Sen noch einen Schritt weiter und macht sie zur Grenzgängerin zwischen den Geschlechtern. Auch formal changiert Ongs Inszenierung zwischen vielen Welten: Alte Formen koreanischer Oper treffen auf neue Theatersprachen und koreanischen Pop.


Vergangene Termine