Kunstausstellung

Wiener Aktionismus - Intermezzo. Präsentation der Sammlungsbestände


Die Sammlung Friedrichshof besitzt die umfangreichste private Sammlung von Arbeiten der Wiener Aktionisten aus den 1960er und frühen 1970er Jahren.

Ausstellungen in der Sammlung Friedrichshof haben in den letzten Jahren Tendenzen der internationalen zeitgenössischen Kunst mit Werken aus der Sammlung verbunden und ermöglichten so neue Blickwinkel und Vernetzungen zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Die für dieses Jahr geplante Ausstellung konnte aber aufgrund der situationsbedingten Restriktionen nicht stattfinden. Als INTER-MEZZO werden deshalb ausschließlich Werke aus den Sammlungsbeständen gezeigt.
Arbeiten der Wiener Aktionisten wurden mit dem Oeuvre Otto Muehls kontrastiert, um auf diesem Weg spannende Doppelungen und Gegensätze zu veranschaulichen. In der räumlichen Gegenüberstellung werden die unterschiedlichen Positionen der Künstler sichtbar.

Nach der Gründungs- und Aufbauphase in den 1970er Jahren entwickelte sich in den 1980er Jahren die Kommune Friedrichshof mit ihren zahlreichen Ablegern in mehreren europäischen Städten ökonomisch rasant. Der Friedrichshof florierte, wurde weiter ausgebaut und man begann mit dem Aufbau der Kunstsammlung (Sammlung Friedrichshof).
Die 1980er Jahre waren aber auch die Zeit, in welcher die Idee der Kommune als egalitäre Lebensgemeinschaft immer mehr in ein gegensätzliches hierarchisches System kippte, welches Demütigung von Kindern und sexuellen Missbrauch möglich machte. Im Herbst 1989 – im Fernsehen liefen die Bilder vom Fall der Berliner Mauer – leitete ein Teil der Kommune eine grundlegende Umstrukturierung ein um die Vermögensverhältnisse transparent zu machen und die Entscheidungsstrukturen zu demokratisieren. Zu diesem Zweck wurde die Friedrichshof Wohnungsgenossenschaft gegründet und die Sachwerte der Gemeinschaft eingebracht, insbesondere die Liegenschaften am Friedrichshof und in El Cabrito (Gomera/Kanarische Inseln), sowie auch die Bestände der Sammlung Friedrichshof. Im Gegenzug erhielt jedes Kommunemitglied gleiche Genossenschaftsanteile übertragen und bekam das Recht, in freien und geheimen Wahlen die Leitungsgremien zu bestimmen. Auch Otto Muehl schloss sich dieser Vereinbarung an und brachte im Frühjahr 1990 sämtliche von ihm während der Kommune geschaffenen Kunstwerke als seinen Beitrag zum Gemeinschaftseigentum in die Genossenschaft ein.

Jedoch stellte sich bald heraus, dass über die Zukunft der Lebensgemeinschaft kein gemeinsamer Konsens mehr möglich war und die gut 300 verbliebenen Mitglieder beschlossen in einer Generalversammlung die Auflösung der Kommune zum Jahresende 1990. Seither verantwortet die Friedrichshof Wohnungsgenossenschaft die weitere Entwicklung der Sammlung und des Ortes. Aktuell findet in der Genossenschaft ein Übergang der Leitungsfunktionen auf die nächste Generation und somit auf die Kinder der ehemaligen Kommune statt.


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