Kunstausstellung

Wien - Berlin - Kunst zweier Metropolen


Die Ausstellung im Belvedere spannt einen Bogen vom Beginn des 20. Jahrhunderts bis zur Zwischenkriegszeit. Ausgangspunkte der Schau sind die Beziehungen der beiden Secessionen um 1900.

Berlin und Wien sind Ende des 19. Jahrhunderts zwei aufstrebende und miteinander konkurrierende Metropolen. Sie repräsentieren bis heute gegensätzliche Identifikationsmodelle und unterschiedliche kulturelle Selbstverständnisse. Hierfür werden immer wieder bestimmte Stereotypen bemüht, die auch als Grundlage zur kulturellen Interpretation des jeweiligen Berlin- oder Wienbildes dienen. In Kooperation mit der Berlinischen Galerie widmet sich das Belvedere mit Wien-Berlin – Kunst zweier Metropolen erstmals den künstlerischen Verbindungen, Gemeinsamkeiten, Differenzen und Wechselwirkungen zwischen den beiden Städten.

Dabei wird ein Bogen vom Beginn des 20. Jahrhunderts bis zur Zwischenkriegszeit gespannt. Ausgangspunkte der Schau sind die Beziehungen der beiden Secessionen um 1900. Zeichnen sich in deren Nachfolge die Wiener Expressionisten durch ihre psychologische Einfühlung aus, weisen die Expressionisten in Berlin vor allem einen ekstatisch-aggressiven Gestus auf. Der Erste Weltkrieg führt zur Annäherung Deutschlands und Österreichs, die in der einsetzenden Neuen Sachlichkeit ihre Fortsetzung findet und insbesondere in der Bühnenkunst einen regen Austausch bringt.

Während der Wiener Kinetismus zu Beginn der 1920er-Jahre an Einfluss gewinnt, entwickelt sich zeitgleich die Berliner Dada-Bewegung, die sich auf kritische wie subversive Weise mit aktuellen gesellschaftlichen Zuständen auseinandersetzt und auf diesem Weg eine Antikultur ausbildet. Besonders die Roaring Twenties machen den künstlerischen Austausch und die Annäherungen der Positionen deutlich und erlauben eine neue Sicht auf die Verbindungen der so gegensätzlichen Hauptstädte – Sozialkritik und Ästhetisierung, kubische Formensprache und Verismus überlagern einander.

Unteres Belvedere, Orangerie
Täglich 10 bis 18 Uhr
Mittwoch 10 bis 21 Uhr


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