Vortrag

Wie funktionieren Terroristen?


Der unangenehme Beitrag, den die Psychiatrie zum Thema terroristischer Täter leistet, liegt im Befund geistiger Gesundheit. Es erfordert offenbar keine geistige Erkrankung oder Störung, sich gegen die Errungenschaften der Zivilisation zu richten, einem menschenverachtenden Ideal nachzueifern und andere unzeremoniell abzuschlachten. Bekanntermaßen genügt, wie schon in vergangenen Zeiten, eine ausreichend motivierte Gruppe, eine vermeintlich höhere Legitimation, ein Bedürfnis, sich zu profilieren (sei es durch Widerspruch, sei es durch besondere, aufsehenerregende Handlungen) und die Fähigkeit, andere zu Objekten der eigenen Bedürfnisbefriedigung zu degradieren. Die Motivationsbündel der Akteure sind - auch in Abhängigkeit von der hierarchischen Position - variabel, „gesund“ sind (fast) alle, die Conclusio ist eine beunruhigende: Der ganz normale Wahnsinn ist gefährlich genug.

Heidi Kastner, Primaria der forensischen Abteilung an der Landesnervenklinik Wagner-Jauregg

Klaus Buttinger, Gastgeber


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