Kunstausstellung · Fotografie Ausstellung

when home won't let you stay


Die Ausstellung 'when home won’t let you stay' thematisiert aktuelle Entwicklungen und fragt, was es heute bedeutet, human zu sein - vor dem Hintergrund gängiger Ideale von Menschlichkeit und Menschenrechten. Die Bandbreite menschlicher Handlungsweisen steht im Fokus der 14 verschiedenen künstlerischen Positionen.

'when home won’t let you stay' umfasst u. a. ein Musik-Video, Installationen, ein Künstlerbuch, eine Fotografie-Installation, einen Dokumentarfilm, einen Spielfilm, eine Performance und eine performative Lesung. Kuratiert von Isin Önol.
Teilnehmende Künstlerinnen und Künstler: 2+1 / Selda Asal & Özgür Erkörk Moroder & Saleh Rozati, Fatih Aydogdu, Bernhard Cella und 10 junge afghanische Designerinnen, Canan Dagdelen, Omar Imam, Ebru Kurbak, Lorie Novak, Erkan Özgen, Mario Rizzi, Pinar Ögrenci, Hansel Sato, Cengiz Tekin, Aslihan Ünaldi, Mirwais Wakil.

Aus unerfindlichen Gründen bricht eines Tages in einer bestimmten Weltgegend Gewalt aus: Die Ursachen mögen in religiösen Unruhen, einem überbordenden Kapitalismus, knappen Ressourcen, nach Blut dürstenden Kriegsprofiteuren, der Ungleichheit der Landverteilung, einer Fremdherrschaft oder traumatischen Vergangenheit liegen.

Die Menschen finden anscheinend immer Gründe, einander bekriegen. Wir als unbeteiligte ZuschauerInnen behaupten, das wäre nicht human – und das ist es auch nicht, obwohl dieser extreme Zusammenbruch ziviler Umgangsformen fortwährend von Menschen erlebt wird.
Auf der 3.500 km langen Reise von seinem zurückgelassenen Zuhause in Aleppo nach Wien wird ein syrischer Flüchtling zugleich Zeuge und Opfer jenes „State of Humanity“, der unsere Gegenwart kennzeichnet. Wenn wir versuchen, die Welt mit den Augen von jemanden zu betrachten, der oder die sich der Zuflucht wegen auf den Weg gemacht hat, offenbart sich ein schonungsloses Bild von niederschmetternden (zwischen)menschlichen Erfahrungen und Katastrophen, die aus einer schier endlosen Aneinanderreihung von Gräueltaten und erlebter Gleichgültigkeit erwachsen; aber auch die Perspektive von Hilfsbereitschaft und Mitgefühl.

Die Ausstellung mit dem Titel „when home won't let you stay“ fokussiert auf dieser erstaunlichen Bandbreite menschlicher Handlungsweisen und untersucht zugleich den Humanitätsbegriff des frühen 21. Jahrhunderts. Sie fragt, was es im Heute bedeuten mag, „human“ zu sein, vor dem Hintergrund gängiger Ideale von Menschlichkeit und der Menschenrechte. Die Ausstellung thematisiert die Möglichkeiten sozioökonomischer und politischer Entwicklungen hin zu einer bewusst gelebten Koexistenz – nicht als eine temporäre Lösung der unmittelbaren Katastrophe, der sogenannten „Flüchtlingskrise“, sondern als Konfrontation mit unseren individuellen und kommunalen Zugängen zum Menschsein per se.

Gemeinsam mit dem Ausstellungstitel, einer Zeile aus dem Gedicht Home von Warsan Shire, versucht diese Präsentation die Reisen der Vertriebenen zu beleuchten: den langen Weg vom verlorenen Zuhause zu jenem neuen, das erst erbaut werden muss.


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