Klassik

Westdeutsche Sinfonia


Nadia Boulanger, die Grande Dame im Musikleben des 20. Jahrhunderts, bezeichnete Dirk Joeres als „vollendeten Musiker mit charismatischer Bühnenpräsenz“. Mit seinem vitalen Zugriff, der Tonschönheit und seiner Eigenart, entsprechende Details herauszuarbeiten, ist es dem Dirigenten gelungen, ein homogenes Orchester mit klar definiertem Eigencharakter zu formen. Das letzte Konzert in Villach stand im Zeichen der klassischen Interpretationskunst. In einer Konzertnachlese stand: „Wenn Dirk Joeres mit der Westdeutschen Sinfonia auftritt, dann darf man einen außer-gewöhnlichen Abend erwarten. Was dieser Klangkörper unter seiner Leitung zuwege brachte, erinnerte in seinem Glanz an seltene philharmonische Sternstunden.“

Schumanns Cellokonzert ist das erste große Konzert für das Violoncello überhaupt und entstand 1854 in der letzten Phase seines Lebens. Die Popularität des Werkes ist bis heute ungebrochen. Kein Wunder, denn es handelt sich um eines der schönsten Cellokonzerte überhaupt. Der Cellopart ist durch und durch virtuos und zu einer Zeit geschrieben, wo im Vergleich zu Pianisten und Geigern sehr selten Cellisten das Konzertpodium betraten. Niemand geringerer als Danjulo Ishizaka übernimmt den Solistenpart; der als „aufgehender Stern“ bezeichnete Cellist zeigt, welche klanglichen Paletten und Ausdrucksformen mit seinem Instrument zum Leben erweckt werden können. Auf brillante Weise gibt er einen vielseitigen Einblick in die Möglichkeiten dieses Streich-instrumentes. Wie fantastisch, zeigte sein phänomenaler und unvergesslicher Auftritt im vergangenen Jahr mit Saint-Saëns’ Cellokonzert in a-moll.

Das verschlafene Städtchen Detmold bot Brahms nach dem Zusammenbruch seines ersten Sinfonie-Planes die nötige Muße, seine kompositorischen Ideen neu zu überdenken. Es erschien ihm ratsam, auf eine weniger verpflichtende Gattung, die Serenade, zurückzugreifen. Herausgekommen ist ein Werk, das die Grenzen zur großen Sinfonie streift. Dabei hatte der aufstrebende Komponist zunächst mit überschau-baren vier Sätzen für „kleines Orchester“ begonnen, bevor es zu jener „Sinfonie-Serenade“ auswuchs.

Programm:

Mendelssohn Bartholdy, Ouvertüre „Die Hebriden“
Schumann, Konzert für Violoncello und Orchester, op. 129
Brahms, Serenade Nr. 1, D-Dur, op. 11


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