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Kunstausstellung · Fotografie Ausstellung

Werner Feiersinger


Die Galerie Martin Janda zeigt von 20. Jänner bis 27. Februar 2016 neue Skulpturen und Fotografien von Werner Feiersinger.

Eine schwarze Rahmenstruktur, 5 Meter lang und 2,34 Meter hoch, steht im Erdgeschoß der Galerie und teilt den Raum. Das großflächige Gitter gewährt Durchblicke, verändert aber den Spielraum der Besucher und zwingt sie in ein neues Bewegungsmuster. Feiersinger fertigt alle seine Objekte selbst. Diese Akribie wird über die reduzierte Oberflächenbehandlung wieder zurückgenommen: Die Skulpturen aus Stahl werden mit Grundierungsfarben beschichtet – der abschließende Schlussanstrich fehlt, das Material tritt in den Hintergrund.
Feiersinger setzt das Objekt mit architektonischem Maßstab wie eine Klammer in Relation zu mehreren Skulpturen und in einen Dialog mit seinen Fotografien, u.a. mit einer Fotoarbeit, die ein Ferienhaus aus den späten 1960er Jahren in Fregene zeigt. Die vielen, durch rot lackierte Metallrahmen eingefassten Glasflächen, die im Gegensatz zum Sichtbeton stehen, charakterisieren das Bauwerk. Das Rohe und zugleich Feingliedrige des Gebäudes faszinieren Feiersinger, die Struktur findet ihr Echo in seiner Skulptur. „Oft kommen die Formen zu mir, ich sehe etwas und nehme es mit. Irgendwann wird es dann wichtig und kann als Fragment oder Teil eines Objekt auftauchen.“

Einzelne Skulpturen sind wie Zeichen im Raum platziert: Eine fragmentarisch wirkende, rotbraun beschichtete Konstruktion steht gut verankert auf ihrem keilförmigen, schweren Sockel, wirkt wie ein benutzbares Objekt und verweigert sich doch jeder Funktion. Zwei hockerartige Objekte, eines grün, das andere schwarz, laden die Betrachter ein, sich in Relation zu ihnen zu stellen. Doch die Sitzflächen fehlen, und damit auch die Möglichkeit einer Inanspruchnahme. „Diese Anspielung auf Gebrauchswert, die in dessen Enttäuschung umschlägt, macht die Arbeiten Feiersingers komisch und unheimlich zugleich.“ (Jörg Heiser)

Die vielschichtigen Referenzen und die Metaphorizität der Objekte Feiersingers gelten ebenso für seine Fotografien: Der Künstler beschäftigt sich seit langem mit spezifischen Gebäuden der Moderne, neben den Bauten von Le Corbusier insbesondere mit der italienischen Nachkriegsmoderne. Dabei steht der spezifische Blick aus seiner bildhauerischen Praxis heraus im Vordergrund:
Auf die expressiv-skulptural und plastisch durchgearbeitete Brücke von Sergio Musmeci, 1971–1975 erbaut, 287 Meter lang und 16 Meter breit, die wie eine organisch geformte Skulptur in großem Maßstab wirkt; auf Volumen, Materialien und Oberflächen wie des brutalistischen Wohnblocks Corviale im Südwesten Roms, mit einer Länge von fast einem Kilometer und als Vision einer vertikalen Stadt erbaut. Feiersingers Fotografie eines Lichtschachts jedoch thematisiert nicht in erster Linie das Desolate, sondern die Gleichwertigkeit der Materialien: „Beton, Glas, Abfall werden zu einem Guss, gelangen in einen Aggregatzustand mit dem Raum.“

Der Härte dieses Betonbrutalismus stellt der Künstler seine Aufnahme einer barocken Brunnenskulptur von Bernini entgegen: Die Fontana delle Api, geformt wie eine offene Muschel, interessierte Feiersinger in ihrer Metaphorik und skulpturalen Sprache – das Objekt als Gefäß, die Mimesis, die Nachbildung von Steinen als Thema einer Steinskulptur. Die Fotografien Feiersingers durchlaufen wie seine Objekte einen Transformationsprozess, reflektieren die bildhauerische Arbeit und sind gleichzeitig deren Gegenpart.
Ein geschwungenes Leiterobjekt, beige grundiert, liegt auf dem Boden. Vom Funktionalen ins Spielerische transformiert, ist es nicht mehr benutzbar. Wie eine Welle, die im Raum tanzt, ist es von jeglicher Funktionalität befreit.


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