Theater

Wer hat meinen Vater umgebracht/ Der Vater



Bei Édouard Louis spricht der Sohn für den stummen Vater und berichtet in Momentaufnahmen vom Leben eines Mannes, der verloren hat und dem nun nichts weiter bleibt, als zu hoffen, dass seine Kinder nicht in denselben Abgrund laufen.

von Édouard Louis / Stéphanie Chaillou

Regie: Gerhard Willert
Ausstattung: Alexandra Pitz
Musik: Wolfgang "Fadi" Dorninger.

Der aufstrebende Autor Édouard Louis klagt den französischen Staat an, der seinen Vater in Krankheit und Armut getrieben hat. In einem hochemotionalen und brandaktuellen Monolog erzählt der Sohn die Lebensgeschichte seines Vaters: Von einem Mann, der in einem von Gewalt, Alkoholismus und schwerer Arbeit geprägten Umfeld aufgewachsen ist und der sich sein Leben lang zutiefst für den eigenen Bildungsmangel, den vorgegebenen Lebensentwurf schämt.

„Weil ich gescheitert war, gehörte mein Leben nicht mehr mir“. Stéphanie Chaillou lässt in ihrem packenden Monolog einen Mann sprechen, dessen Scheitern als Landwirt ihn in einen Abgrund aus Selbstzweifeln und Existenzangst stürzen lässt. Der Familienvater wird erdrückt unter dem Urteil der anderen, die sein Leben mit beiläufiger Niedertracht als öffentliches Gut behandeln. Die völlige Entwertung des Individuums angesichts des wirtschaftlichen Versagens bricht den Protagonisten psychisch ebenso absolut wie die Vaterfigur Louis‘ physisch zerstört wird. Die Armut als soziales Brandmal, das jeden treffen kann, und der Niedergang des eigenen Männlichkeitsbildes sind die treibenden Kräfte hinter dieser Seelenbeichte.


Aktuelle Termine

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