Kunstausstellung · Ausstellung: Wissen

Wendezeiten - Hart an der Grenze


Schlossmuseum Freistadt

4240 Freistadt, Oberösterreich, Schlosshof 2

Sa., 14.04.2018 - Fr., 26.10.2018

Mo: 09:00 - 17:00 Uhr
Di: 09:00 - 17:00 Uhr
Mi: 09:00 - 17:00 Uhr
Do: 09:00 - 17:00 Uhr
Fr: 09:00 - 17:00 Uhr
Sa: 14:00 - 17:00 Uhr
So: 14:00 - 17:00 Uhr
Ftg: 14:00 - 17:00 Uhr

Das Mühlviertler Schlossmuseum Freistadt nimmt das Jahr 2018 zum Anlass, um an Ereignisse in Zusammenhang mit der Grenze Mühlviertel-Südböhmen zu erinnern. Der rote Faden, der sich durch die sechs Ausstellungen zieht, sind die „Achterjahre“ – 1918, 1938, 1948, 1968 und 1989, in denen sich politische und gesellschaftliche Änderungen vollzogen haben, die auch die Kleinregion Mühlviertel nicht unberührt ließen.

Bis zum Jahr 1989 war die Grenze – die Staatsgrenze – sowohl ein wirtschaftlicher als auch ein prägender emotionaler Faktor: Die Grenze zur Tschechoslowakei war im Gedächtnis der Mühlviertler überwiegend negativ konnotiert. Schuld daran waren einerseits die Erfahrungen nach den beiden Weltkriegen, andererseits die Propaganda im eigenen Land. So wurde den Bewohnern des Mühlviertels immer wieder bewusst gemacht, dass die Grenze eine ungerechte, praktisch willkürliche Grenze sei, die die Sieger den Besiegten aufgezwungen haben. Diese stark auf Emotionen fußende Einstellung wurde durch die Errichtung des „Eisernen Vorhangs“ bestätigt und noch weiter verstärkt.
Die sechs Ausstellungen im Mühlviertler Schlossmuseum decken zwar nur eine Zeitspanne von 70 Jahren ab, vermitteln aber jene rasante Entwicklung, die von der Weltpolitik ausgelöst bis in die entlegensten Winkel des Böhmerwaldes wirkte. Die einzelnen Menschen, sowohl diesseits als auch jenseits der Grenze, waren vielfach nur Zaungäste, hilflose und oft auch nur sprachlose Statisten.

Die Bewohner des Mühlviertels lebten mehr als 800 Jahre “Hart an der Grenze”. Dies ist sowohl gesellschaftlich wie auch wirtschaftlich zu verstehen. Das Mühlviertel und Südböhmen waren Ungunstlagen in vielerlei Hinsicht: vorherrschend waren die Randlage, die Höhenlage und die Transitlage. Das alles wurde im Lauf der Geschichte zu einem Markenzeichen für Landschaft und Bewohner. Diese topografischen Gegebenheiten beeinflussten auch wesentlich die Geschichte dieser beiden Landstriche. Eine Zuspitzung erfolgte im 20. Jahrhundert. Schlag auf Schlag änderte sich der Charakter der Grenze, der reale Zustand, Grenzbalken senkten und hoben sich.