Theater

Welt am Draht


Rainer Werner Fassbinder prägte mit seinem umfangreichen Werk den deutschsprachigen Film der Nachkriegszeit und erfuhr große internationale Aufmerksamkeit.

Inszenierung: Niklas Ritter
Fred Stiller übernimmt die Technische Direktion des IKZ (Institut für Kybernetik und Zukunftsforschung), nachdem sein Vorgänger Dr. Vollmer nach Anzeichen von Wahnsinn anscheinend Selbstmord beging. Stiller leitet nun das aktuelle Projekt Simulacron. Mittels einer mit Identitätseinheiten bevölkerten, simulierten Welt soll das Programm Prognosen über politische und ökonomische Entwicklungen erlauben. Alles zum Wohle der Menschheit? Stiller wird damit konfrontiert, dass Institutsleiter Siskens Daten für wirtschaftliche Interessen aus dem Programm weitergeben will. Und er kommt dahinter, dass Vollmer eine Entdeckung gemacht hatte, die er nicht machen sollte, so dass der angebliche Selbstmord womöglich ein Mord war. Stiller ahnt, dass auch er nur eine Figur in einem Spiel sein könnte, das von einer anderen Ebene gelenkt wird. Aber von wo und durch wen?

Rainer Werner Fassbinder prägte mit seinem umfangreichen Werk den deutschsprachigen Film der Nachkriegszeit und erfuhr große internationale Aufmerksamkeit. Zu seinen Themen gehören Identität und Freiheit des Einzelnen und der Gesellschaft. Auch die intensive Beschäftigung mit Selbst- und Fremdbestimmung, Macht und Unterdrückung gehören zu den Themen, die WELT AM DRAHT in einem wahren Thriller vereinigt.

Als Fernsehzweiteiler wurde WELT AM DRAHT 1973 erstausgestrahlt. 45 Jahre später sind wir in Anbetracht von Simulationsmöglichkeiten virtueller Welten, Cyberspace oder auch insbesondere dem Sammeln von Metadaten im Internet – wodurch Kaufverhalten und sogar politische Wahlen beeinflusst werden – längst in der Zukunft von damals angekommen. Oder sind wir sogar schon weiter? Haben wir noch den Überblick? Durchschauen wir heute besser als Fred Stiller, welche Spiele gespielt und welche Absichten verfolgt werden?


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