Tanz

Weihnachtsoratorium I-VI


Wenn Johann Sebastian Bachs Weihnachtsoratorium mit den berühmten Worten „Jauchzet, frohlocket“ ansetzt, erliegt man nicht selten bereitwillig der Illusion, zu schweben. Die mitreißende Fröhlichkeit dieses Chores, sein ansteckender Optimismus scheinen grenzenlos.

Dieser Chor singt von Hoffnung, nicht von bereits vollbrachter Erlösung. John Neumeier meint dazu: „Die Erlösung ist nicht vollendet, sie ist immer wieder neu zu erarbeiten. Sobald die Musik zum ‚Jauchzet, frohlocket’-Chor erklingt, und das ist das Wunder an Bachs Musik, wird in uns eine Flamme entfacht, welche die Idee der Freude zum Leuchten bringt. Wenn diese Musik endet, breitet sich wieder Stille aus, und wir tauchen ein in unser Leben auf Erden.“

Bereits 2007 choreografierte Hamburgs Ballettintendant mit überwältigendem Erfolg zunächst für das Theater an der Wien die ersten drei Teile des Weihnachtsoratoriums, in denen Bach das Heben und Senken des menschlichen Gemüts so eindrücklich nachzeichnet und die Wechselfälle des Glaubens plastisch zum Klingen bringt. 2013 arbeitete er daran weiter. Für Neumeier ist es wichtig, dass daraus zwei verschiedene, gleichrangige Ballette entstanden: „Die Opuszahl der ersten drei Teile ist in meinem Werkkatalog eine andere als die des gesamten Weihnachtsoratoriums. Was wir jetzt herausbringen, ist tatsächlich die Premiere von einem neuen, aus Bachs sechs Kantaten bestehenden Werk.“ Damit ist am Theater an der Wien nun die Weiterführung der Arbeit zu sehen, die Neumeier 2007 mit der Uraufführung der ersten Version hier begonnen hat.

Ballett von John Neumeier (2013)

Musik von Johann Sebastian Bach (1734)
Weihnachtsoratorium I-VI
Kantaten

Besetzung:

Musikalische Leitung Erwin Ortner
Choreografie, Kostüme, Licht John Neumeier
Bühne Ferdinand Wögerbauer
Sopran Lenneke Ruiten
Alt Ann-Beth Solvang
Tenor Andrew Tortise
Bass Andrè Schuen
Wiener KammerOrchester


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