Theater

Was das Nashorn sah, als es auf die andere Seite des Zauns schaute


1994 wurden Teile des verschütteten Zoos im Konzentrationslager Buchenwald freigelegt und sind heute wieder zugänglich. Jens Raschke schafft mit seinem preisgekrönten Stück eine neue, zeitgemäße Form der Auseinandersetzung mit unserer Vergangenheit, jenseits der Betroffenheitskultur: fesselnd, poetisch und auch humoristisch.

Familie Pavian, das Mufflonpaar und das Murmeltiermädchen hausen zufrieden in einem kleinen Zoo - bis ihnen eines Tages ein Neuzugang das Leben schwer macht. Der frisch eingetroffene Bär steckt seine empfindliche Nase in alle möglichen Dinge, die Ihn nichts angehen. Er beschwert sich über den Gestank, will wissen, was es mit den Zebrawesen und den Gestiefelten jenseits des Zauns auf sich hat, und dann bleibt auch noch die Frage nach dem Nashorn und was es sah, als es auf die andere Seite des Zauns schaute. Vor allem Herr Pavian beschwert sich lauthals über den mangelnden Anpassungswillen des Neuankömmlings. Als der Bär den Dingen auf den Grund geht, überschlagen sich die Ereignisse...

1994 wurden Teile des verschütteten Zoos im Konzentrationslager Buchenwald freigelegt und sind heute wieder zugänglich. Jens Raschke schafft mit seinem Stück (Deutscher Kindertheaterpreis 2014) eine neue, zeitgemäße Form der Auseinandersetzung mit dieser dunklen Seite unserer Vergangenheit - jenseits der Betroffenheitskultur: fesselnd, poetisch und auch humoristisch. Im Vordergrund stehen menschliche Verhaltesmuster, so dass man sich am Ende die Frage stellen muss: Was bin ich - Pavian oder Bär?


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