Theater

Was das Nashorn sah, als es auf die andere Seite des Zauns schaute


Vordergründig erzählt das Stück die Geschichte der Zoobewohner und deren Alltag. Auf einer anderen Ebene öffnet der Autor die Tür zu einer Vergangenheit, der wir uns immer wieder stellen müssen.

Das Leben der Tiere im Zoo scheint ganz normal zu sein. Die Murmeltierfamilie lebt zusammen mit den Pavianen, und Herr und Frau Mufflon sind eigentlich auch ganz zufrieden. Bis eines Tages das Nashorn stirbt. Was hatte das Nashorn mit dem dicken Fell derart umwerfen können? Das Heimweh? Seine Neugier? Es passieren Sachen, die sich die Zoobewohner nicht so recht erklären können: Was machen die vielen gestreiften Zebrawesen hinter dem Zaun? Warum sind alle Vögel aus dem Wald ausgezogen? Etwas stinkt da gewaltig. Bis der Bär eines Tages beschließt herauszufinden, was aus dem großen Kamin nebenan für ein übler Rauch aufsteigt.

Vordergründig erzählt das Stück die Geschichte der Zoobewohner und deren Alltag. Auf einer anderen Ebene öffnet der Autor die Tür zu einer Vergangenheit, der wir uns immer wieder stellen müssen. Denn das Stück beruht auf historischen Fakten: 1938 wurde neben dem Konzentrationslager Buchenwald ein Zoo errichtet, um „den SS-Angehörigen und deren Familien in ihrer Freizeit Zerstreuung und Unterhaltung zu bieten“. Auch für Zivilisten aus dem nahegelegenen Weimar war der Zoo ein willkommenes Ausflugsziel. Auf fesselnde und sensible Weise bringt Jens Raschke Jugendlichen diesen schwer verstehbaren Teil unserer Geschichte nahe.

Jens Raschke wurde für Was das Nashorn sah, als es auf die andere Seite des Zauns schaute mit dem Deutschen Kindertheaterpreis 2014 ausgezeichnet.

Regie Verena Schopper

Bühne & Kostüme Iris Jäger


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