World Music · Diverse Musik

Wang Li & Epi


Mit diesem Konzert tauchen wir in mehrfacher Hinsicht tief in Musik ein. Beiden Künstlern geht es um die Essenz von Tönen, um die innersten Schichten musikalischer Formen, um denkbar größte Schlichtheit und feinste Nuancen.

Wang Li, geboren in Qingdao am Gelben Meer, aufgewachsen in den rigiden Verhältnissen der chinesischen Volksarmee, lebt seit einigen Jahren in Frankreich und verbrachte dort längere Zeit in einem Priesterseminar, wo er Geduld und Stille zu leben lernte. Wenn Wang Li die Maultrommel, eines der ältesten Instrumente der Menschheit, spielt, kommen Kindheitserinnerungen an Wiegenlieder oder Auszählreime auf. Wenn er die Hulusi, eine Mundorgel (oder Kalebassen-Flöte), bläst, entstehen Klänge von großer Weite und Einsamkeit.

Sein Partner für diesen Abend, Dandarvaanchig Enkhjargal (Epi), wurde in Ulan Bator geboren, wuchs in einem Dorf nahe der russischen Grenze auf und übersiedelte 1993 nach Deutschland. Epi spielt die Geige Morin Khuur, ein senkrecht gehaltenes Instrument mit zwei Saiten. Er ahmt auf ihr den Klang von Pferdegalopp nach. Oder er legt mit ihr die Basis für eine Gesangskunst, die uns in extreme Tiefen und ebensolche Höhen führen kann. Chömei (wörtlich: Kehle), der traditionelle Gesang in der Mongolei und Tuva, ist zwar in den letzten 25 Jahren in der Weltmusikszene berühmt geworden; es gibt jedoch wenige, die vor allem den faszinierenden Untertongesang Kargyrá so beherrschen wie Epi.


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