Kunstausstellung

Wandle auf Rosen und Vergissmeinnicht


Die Ausstellung mit dem Titel „Wandle auf Rosen und Vergissmeinnicht“ widmet sich bis 7. Oktober Blütenrätseln und Blumenwünschen auf Biedermeierporzellan.

Die Sprache der Blumen wurde vor allem im Biedermeier sehr vielfältig eingesetzt und übermittelte Liebesbezeugungen, Glückwünsche und Rätsel. Daher sind Biedermeiertassen mit Blumenbildern nicht nur schön anzusehen, sondern beinhalten oft auch geheime Botschaften. Neben den dekorativen Tassen werden im Rollettmuseum biedermeierliche Spiele, Grußkarten und Bücher ausgestellt, alles zum Thema „Pflanzen“. Nicht nur für Blumenliebhaber gibt es viel Überraschendes zu entdecken.

Die Blumensprache kam aus dem Orient und verbreitete sich rasch. Was man nicht aussprechen durfte, sagte man „durch die Blume“. Freundschaft und Liebe, gute Wünsche, Erinnerung (Andenken, Souvenir) drückte man in bunten Blüten aus. Die Blütenrätsel (sogenannte Akrosticha) auf Wiener Biedermeierporzellan stellen aber auch Namen der oder des Angebeteten dar: meist waren es Frauen-Vornamen wie Marie, Josephine, Theresia, Wilhelmine, aber auch Anton und Ferdinand, Joseph und Ignaz kommen vor. Die Betrachter entdecken bekannte Blumen wie Rosen und Narzissen, aber wer weiß schon, was sich hinter der „Dreyfaltigkeitsblume“ verbirgt und dass unter „Jerichorose“ einstmals das Geißblatt gemeint war?

Dr. Waltraud Neuwirth, die Kuratorin der Ausstellung, ist die Expertin für Wiener Porzellan. Die Ausstellung findet als Beitrag zum 300-Jahr-Jubiläum der Wiener Porzellanmanufaktur statt und ist eine wunderbare Ergänzung zu den Badener Rosentagen. Die Exponate stammen aus Privatbesitz und werden um Stücke aus dem Rollettmuseum ergänzt.


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