Klassik

Waltraud Wulz - Klavier


Wenn Waltraud Wulz in ihrer Heimatstadt Villach ein Konzert gibt, dann herrscht Emotion pur. Es wird - gemeinsam mit ihrer Partnerin - in geballter Form musiziert.

Programm:

Tänze der vierhändigen Frühzeit von Franz Sydelmann und Johann Baptist Vanhal
Johannes Brahms, Walzer, op. 39
Antonín Dvorák, Slawische Tänze
Manuel de Falla, Piezas españolas, Nr. 1 und Nr. 2

KAMMERMUSIK ZUSATZ
Alisa Besevic, Klavier

19.30 Uhr, Congress Center Villach, Gottfried-von-Einem-Saal

Stefan Huber Schlagwerk

Es heißt "die Ohren spitzen", denn Präzision und Harmonie ihres Zusammenspiels wirken beinahe unglaubwürdig. Es sind diese Momente, wie man sie "nur" bei den beiden Pianistinnen erlebt. Ein Gleichklang zweier Musikerseelen. Es bedarf nur weniger Klänge, um das Publikum in den Bann zu ziehen. Wer sich darauf einlässt, wird auf eine klangvolle Reise mitgenommen, die schnell zu einem musikalischen Höhenflug wird.

Sie wissen, wie man dieses sehnsüchtige Ziehen in die Musik bringt, ohne kitschig zu werden; sie haben jene feine Prise Schalk im Nacken, die es ermöglicht, die Hörer mit allerlei kleinen Überraschungen in Tempo und Agogik in Stimmung zu versetzen.

Mit den Walzern, op. 39 für Klavier zu vier Händen schrieb Johannes Brahms 1866 zum ersten Mal einen ganzen Walzer-Zyklus. Der Widmungsträger Eduard Hanslick begrüßte dieses Geschenk eines ernsten norddeutschen Komponisten, dem man eine solche wienerische Leichtigkeit kaum zugetraut hätte. Die Walzer könnten so etwas wie eine Hommage an die Stadt sein, die ihm zur Heimat wurde. Hanslick erkannte in diesen 16 kleinen Stücken vor allem die Fortsetzung der Traditionslinie Beethoven-Schubert-Strauss und bescheinigte den Stücken durchwegs eine "schlichte Unbefangenheit". Schaut man die Miniaturen allerdings genauer an, kann man sich über Hanslicks Ignoranz nur wundern: Brahms geht in Bezug auf Vielfalt der Charaktere, Reichtum des Ausdrucks und Komplexität der Satzstrukturen weit über das Schubertsche Vorbild hinaus.

1877 machte Johannes Brahms seinen Verleger Fritz Simrock auf den noch unbekannten Antonín Dvořák aufmerksam. Simrock schlug dem tschechischen Komponisten vor, eine Reihe von "nationalen Klavierwerken" - nach dem Vorbild von Brahms' Ungarischen Tänzen - zu komponieren. Während Dvořák für die Komposition gerade mal 300 Mark erhielt, stellte sich das Werk für den Verleger als Goldgrube heraus, da die Tänze vom Publikum sofort begeistert aufgenommen wurden. Sie gehören zu den bekanntesten Kompositionen des tschechischen Komponisten.


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