Theater

Waisen


Dennis Kellys mehrfach preisgekröntes Stück „Waisen“ besticht durch eine rasante Alltagssprache, die von Unterbrechungen, Überlappungen und Pausen geprägt ist.

von Dennis Kelly

Eine Koproduktion von Theater praesent und tON/Not

Waisen ist weniger ein Krimi als eine Erkundung der Ängste und Loyalitäten, die uns dazu bringen, zu tun, was wir nicht tun sollten. Sowie die schmerzhafte Überprüfung, wie leicht unsere moralischen Grundwerte korrumpiert werden. (The Guardian)

Dannys und Helens romantisches Abendessen wird jäh unterbrochen, als Helens Bruder Liam blutüberströmt ins Zimmer platzt. „Nicht sein Blut“, sagt er. Auf der Straße sei ein Junge niedergestochen worden, er habe ihm bloß geholfen. Liam beginnt, sich zu widersprechen. Niemand ahnt, in welch fatales Geflecht aus Halbwahrheiten, Lügen und Liebe er sich damit verstrickt. Dennoch bleibt er Helens einziger Bruder, für den sie sich verantwortlich fühlt, seit ihre Eltern starben – jedenfalls weit mehr als für einen Wildfremden draußen, wahrscheinlich Araber, „irgend so einen ... Typ, den wir gar nicht kennen ...“.

Dennis Kellys mehrfach preisgekröntes Stück „Waisen“ besticht durch eine rasante Alltagssprache, die von Unterbrechungen, Überlappungen und Pausen geprägt ist. Durch gekonnten Einsatz von Floskeln und Gesprächs- vermeidungsstrategien stellt sich immer wieder eine absurde Komik ein, die das Publikum auf falsche Fährten führt: Als ZuseherIn glaubt man ständig, die Situation besser zu durchschauen, klarer urteilen zu können als die handelnden Figuren, die sich im Laufe des Stückes wieder und wieder ihrer Werte (neu) versichern müssen: Wie weit geht Loyalität? Wem gegenüber ist man loyal? Und vor allem: Wie weit wagt man sich hinein ins Reich der Gesetzwidrigkeit, wenn es um einen geliebten Menschen geht?


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