Kunstausstellung

Wael Shawky


Der ägyptische Künstler Wael Shawky (geb. 1971) erzählt die Geschichte der Kreuzzüge als verfilmtes Marionettentheater.

»Saladin is still considered an Arab hero. He managed to return Jerusalem to the Muslims. The story is a topic in any Muslim nationalist discussion. It is the same language Pope Urban II used in 1095. He said, ›If you go to Jerusalem, you will have more food and a better life and if you die, you will go to heaven.« Wael Shawky, Bregenz, April 2016 Fremdheit und Anderssein werden heftig diskutiert. Flüchtlingswellen aus dem Nahen Osten prägen die Debatten. Bilder und Berichte von humanitären Katastrophen im Mittelmeer und entlang der Schlepperrouten flackern über die Kanäle. Islamistische Terroranschläge suchen Europa heim. Es geht um die Reibeflächen der Kulturen, die Differenz von Ost und West, nicht zuletzt um die Vorherrschaftsansprüche von Religionen und Rechtsordnungen. Kunst kann Probleme nicht lösen, sie kann jedoch Perspektiven eröffnen, existenzielle Fragen in ein anderes Licht zu rücken.

Der ägyptische Künstler Wael Shawky (geb. 1971) erzählt die Geschichte der Kreuzzüge als verfilmtes Marionettentheater. Mit der Filmtrilogie Cabaret Crusades, basierend auf einem Buch des französischlibanesischen Autors Amin Maalouf, wird die Geschichte der Kriege aus der Sicht arabischer Quellen gezeichnet. 2011 wurde der aus Alexandria stammende Shawky mit dem ersten Teil, The Horror Show File (2010), schlagartig berühmt. Die Schauplätze der Filme heißen Damaskus, Mossul, Jerusalem und Aleppo — es sind zugleich die Brandherde der Gegenwart. Die Marionetten, die durchweg arabisch sprechen, tragen üppige orientalische Kleidung, gestickte Umhänge, samtene Hüftkorsetts oder metallene Rüstungen. Ihre Köpfe wirken wie geschmolzener Bergkristall oder honigfarbener Bernstein. Shawky lässt sie aus Muranoglas fertigen. Dunkle Knopfaugen sitzen in gläsernen Schnabelgesichtern. Mit ihren tierhaften Gesichtern und ihrem opulenten Kopfschmuck verkörpern sie eine bizarre Mischung aus Mittelalter und Science-Fiction. Im KUB sind die Puppen, wie im Vorjahr im renommierten MoMA PS1 in New York, auf einer beleuchteten Bühne versammelt. Ihr farbiges Glas glitzert zwischen den Holzrahmen der Vitrine, ein stilles Heer surreal funkelnder Wesen, erlesen und kostbar, in Bregenz abgeschirmt durch eine monumentale blaue Wand, die den Raum in ein mystisches Licht taucht.


Vergangene Termine

  • Sa., 01.10.2016 - So., 23.10.2016

    Mo: Geschlossen
    Di: 10:00 - 18:00 Uhr
    Mi: 10:00 - 18:00 Uhr
    Do: 10:00 - 20:00 Uhr
    Fr: 10:00 - 18:00 Uhr
    Sa: 10:00 - 18:00 Uhr
    So: 10:00 - 18:00 Uhr
    Dieser Termin hat bereits stattgefunden.
  • Sa., 16.07.2016 - Sa., 23.07.2016

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