Vortrag

Vortrag und Diskussion "Gewerkschaftsfreiheit hinter Gittern?"


Vor etwa eineinhalb Jahren wurde in Deutschland die „Gefangenengewerkschaft/Bundesweite Organisation“ (GG/BO) gegründet. Sie warf von Beginn an Fragen auf, denen man sich bisher im gewerkschaftspolitischen Spektrum Deutschlands (und wohl auch Österreichs) nur wenig widmete: Wie steht es um demokratische Grundrechte, wie etwa dem nach Versammlungsfreiheit, hinter Gittern? Wie verhält es sich mit Pensionsanrechnungszeiten für Arbeit im Gefängnis? Kann und soll ein Mindestlohn für Gefangene gefordert werden? Diese und viele andere Fragen betreffen in den europäischen Gesellschaften tausende Menschen - die direkt betroffenen Inhaftierten, Angehörige, die Zivilgesellschaft... und damit natürlich auch das ureigenste Feld der Gewerkschaften.

Wohl auch deshalb fand das verwegene Projekt einer eigenen „Gefangenengewerkschaft“ viel Zuspruch, und verfügt heute, trotz aller Schwierigkeiten der Organisierung und Werbung, bereits über hunderte Mitglieder in verschiedensten deutschen Gefängnissen, seit vergangenem Sommer auch in einem Frauengefängnis. Traditionelle gewerkschaftliche Organisationen, wie die Dienstleistungsgewerkschaft verdi, stehen inzwischen in solidarischem Bezug zur der GG/BO, überregionale Medien (wie der „Stern“, oder die „Süddeutsche“) berichteten über sie, und die Anliegen der GG/BO wurden in Debatten des deutschen Bundestags zum Thema.

Ein Sprecher der Gefangenengewerkschaft wird am 22. Oktober 2015 um 18:30 Uhr in der Fachbuchhandlung des ÖGB-Verlags einen kurzen Vortrag über die Erfahrungen in diesem ungewöhnlichen Feld der Gewerkschaftsarbeit halten, dabei auf Fragen aus dem Publikum eingehen und aktuelle Anforderungen an gewerkschaftliche Organisierung in Gefängnissen erläutern. Wir hoffen auf einen spannenden und anregenden Abend.

Eintritt frei!


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