Vortrag

Von der Aula in den Arkadenhof und das Jüdische Museum Wien


Präsentation bisher unveröffentlichter Bilder der Entstehung von Kontroverse Siegfriedskopf von Bele Marx & Gilles Mussard im Rahmen der Ausstellung „Die Universität. Eine Kampfzone" im Jüdischen Museum Wien. Im Beisein der KünsterInnen und der AusstellungskuratorInnen Werner Hanak-Lettner und Adina Seeger.

Vor der Präsentation findet eine Begehung der Projekte Kontroverse Siegfriedskopf und Nobelpreis und Universität–Gruppenbild mit Fragezeichen an der Universität Wien statt.

Der Siegfriedskopf, ursprünglich 1923 zur Ehrung der Gefallenen des Ersten Weltkrieges in der Aula der Universität Wien aufgestellt, wurde bald zur Ikone der deutsch-nationalen Studentenverbindungen. Seit den 1960er Jahren ist das Denkmal „Stein des Anstoßes“ und Anlass demokratiepolitischer Auseinandersetzungen, mehrerer Interventionen und Beschädigungen. Die Kontroverse um das Gefallenendenkmal zog sich über mehrere Dekaden hin und war Anlass, dieses im Zuge der Neugestaltung des Hauptgebäudes durch ein Kunstprojekt in einen neuen Kontext zu stellen und 2005/06 von der Aula in den Arkadenhof zu verlegen.

Mit der künstlerischen Konzeption und technischen Ausführung wurden die KünstlerInnen Bele Marx & Gilles Mussard beauftragt. Der neue Kontext des Gefallenendenkmals wurde mit Roger Baumeister, dem beauftragten Architekten, sowie dem Institut für Zeitgeschichte der Universität Wien unter Leitung von Friedrich Stadler zusammen mit Mario Wimmer erarbeitet. Die KünstlerInnen haben den Siegfriedskopf von seinem Sockel „gestürzt“, das Denkmal in seine Bestandteile zerlegt und mit der autobiografischen Erzählung von Minna Lachs ummantelt, die antisemitische Übergriffe an der Universität Wien in den 1920er- Jahren schildert. Die Inszenierung thematisiert die „Bücherverbrennung“: Schrift und Kontext dominieren die Skulptur. In diktatorisch geführten Regimes werden zuallererst Schriften zensuriert oder vernichtet. Sollte zukünftig der Kontext des Antisemitismus nicht anerkannt werden und Angriffe auf die Schrift stattfinden, so kann sich die Erzählung im wahrsten Sinn des Wortes „verteidigen“ und ihre Dominanz von Mal zu Mal stärken.

Vor der Präsentation im Jüdischen Museum sprechen die beiden KünstlerInnen Bele Marx & Gilles Mussard gemeinsam mit Herbert Posch, Institut für Zeitgeschichte, Universität Wien und Klaus Taschwer, Wissenschaftsredakteur des Standard, über die Projekte Kontroverse Siegfriedskopf und Nobelpreis und Universität–Gruppenbild mit Fragezeichen an der Universität Wien.

Um Anmeldung wird gebeten, Tel.: 535 04 31-110 oder E-Mail: events@jmw.at.

Treffpunkt 15:00 Uhr Aula der Universität Wien , ca. 16:30 Uhr Museum Dorotheergasse

Eintritt frei


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