Theater

Von den Beinen zu kurz


Eine zu kurz geratene Erwachsene war ich von Anfang an.

Es war einmal vor langer Zeit Vater Mutter Kind.
Ihr süßer zarter Körper hat ihn angezogen – beim Eincremen, beim Windel wechseln, beim Baden. Auch das Unfertige, das Ausgehungertsein nach Entwicklung.

Und sie, die Tochter, wollte dem Papa um alles in der Welt nahe sein. Sie hat die Decke zur Seite geschlagen und genossen. Das Gefühl, aus demselben Material zu sein. Die bedingungslose Liebe, die ihr in den Schoß gefallen ist. Die schweigende Übereinkunft.

Und sie hat sich gefürchtet. Wenn der Papa sie im Tiergarten allein gelassen hat und meinte, eine Memme mag niemand.
Ihm war schon klar, nicht jeder Vater küsst sein Kind zwischen den Beinen. Der Mutter auch. Doch lieber erzählte sie dem Arzt von einem Problemchen an heiklen Stellen, wohl vom Schwimmbad oder so.

Und wenn er sich nicht vom Felsen gestürzt hat und wenn sie nicht in eine Verzeih-Therapie gesteckt wurde, lieben sie sich noch heute. Vater Tochter Frau.

Regie: Margit Mezgolich
Regieassistenz: Tina Clausen
Bühne, Kostüm: Alexandra Burgstaller
Es spielen: Barbara Gassner, Anna Kramer, Gottfried Neuner, Petra Strasser


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