Kunstausstellung

Vom Boom zum Bürgerkrieg - Steyr 1914 bis 1934


Im Fokus der Schau steht die wechselhafte Geschichte einer oberösterreichischen Stadt und ihrer Bewohner im Zeitalter der Extreme.

Anlässlich der Erinnerung an die historischen Wendepunkte 1914 und 1934 widmet sich eine neue Ausstellung im Museum Arbeitswelt Steyr auch den prägenden Jahren dazwischen. Im Fokus steht die Geschichte einer Stadt im Zeitalter der Extreme. Die mit Spannung erwartete Schau wird am 8. April um 19 Uhr eröffnet.

„Vom Boom zum Bürgerkrieg“ nimmt den hundertsten Jahrestag des Kriegsausbruches zum Anlass, um anhand des lokalen Beispiels bislang weitgehend unbekannte Blickwinkel auf den Ersten Weltkrieg und die Erste Republik zu eröffnen. Im Fokus steht die Geschichte der Industrieregion Steyr, die zunächst von Rüstungsboom und Expansion der Steyr-Werke, später von einer wirtschaftlichen Dauerkrise geprägt ist. Eine der größten „Waffenschmieden“ Europas wird binnen kurzer Zeit zum Sinnbild für Arbeitslosigkeit, Wohnungsnot, Mangelernährung und daraus resultierender Konflikte, an deren Ende die Kämpfe des Februars 1934 stehen.

Hungernde Kinder, neue Menschen
Im Zentrum der Präsentation stehen die Steyrer und Steyrerinnen: „Als Konstante zieht sich der Blick auf den Alltag durch die Ausstellung. Ein zentrales Augenmerk liegt auf der Frage, mit welchen Veränderungen die Menschen konfrontiert sind und wie sie damit umgehen. Darin steckt auch eine Menge Gegenwartsbezug“, so Museumsgeschäftsführerin Katrin Auer. Erzählt wird von starken Frauen und verunsicherten Eliten, desillusionierten Soldaten und militanten Arbeitslosen, hungernden Kindern und „neuen Menschen“. Zeitgeschichte wird spür- und erlebbar in Szene gesetzt. Auer: „Wir haben uns aus diesem Grund ganz bewusst für eine Gestaltung entschieden, die es Besucher und Besucherinnen erlaubt, mit dem Geschehen auf Tuchfühlung zu gehen.“

Eröffnung am 8. April, 19 Uhr
Ihre Pforten öffnet „Vom Boom zum Bürgerkrieg“ am 8. April, 19.00 Uhr. Dabei wartet ein Programm, das es in sich hat. Offiziell eröffnet wird die Schau durch Bundesministerin Gabriele Heinisch-Hosek und Bürgermeister Gerald Hackl. Die Festrede hält Österreichs wohl bekanntester Zeithistoriker, Oliver Rathkolb, ehe Kurator Florian Wenninger (Universität Wien) einen ersten Einblick in die Ausstellung gewährt. Für die musikalische Umrahmung sorgt das 1923 gegründete Steyrer Mandolinenorchester „Arion“. Mit Spannung erwartet wird eine in diesem Rahmen stattfindende Lese-Performance von Lili Sieberer und Bernhard Schmalzel, die eine Collage zeitgenössischer literarischer Texte zum Besten geben werden. Im Anschluss gibt es Gelegenheit zur Besichtigung der Ausstellung.


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