Theater

Volksvernichtung oder Meine Leber ist sinnlos


Für sein 1991 in München uraufgeführtes Drama Volksvernichtung oder meine Leber ist sinnlos wurde Werner Schwab mit dem Mülheimer Dramatikerpreis geehrt und wurde zum meistgespielten Autor der 90er Jahre. In der Neujahrsnacht 1993/94 starb er an einer Alkoholvergiftung.

Empfohlen ab 14 Jahren!

Im Erdgeschoß eines Mietshauses wohnt Frau Wurm mit ihrem verkrüppelten Sohn Herrmann, der sich, zum Künstler berufen fühlend, nicht aus der Abhängigkeit zu seiner Mutter befreit.
Eine Etage höher hat der primitiv derbe Herr Kovacic mit seiner ebensolchen Frau und den beiden ordinären Töchtern Desiree und Bianca seine Wohnung. Herr Kovacic zerquetscht den Goldhamster und zieht lüstern eine seiner Töchter auf seinen Schoß.

Frau Grollfeuer, die Hausbesitzerin, residiert in der Beletage. Sie lädt an ihrem angeblichen Geburtstag alle in ihre Wohnung ein, wobei die die schwelenden Konflikte zwischen den Hausbewohnern eskalieren. Das grausige Treiben findet erst ein Ende, als alle an dem vergifteten Kuchen zugrunde gehen, den ihnen Frau Grollfeuer vorgesetzt hat.
Diese "Volksvernichtung" ist die Konsequenz aus Frau Grollfeuers Erkenntnis, dass ihr Versuch, sich "in ein Verständnis hineinzutrinken", gescheitert ist: "Meine Leber war umsonst. Meine Leber ist sinnlos." Im letzten Akt sind alle wieder lebendig und sitzen einträchtig bei Frau Grollfeuers Geburtstagsfeier beieinander und singen Happy Birthday.

Werner Schwab wurde 1958 in Graz geboren, studierte von 1978 bis 1980 Bildhauerei in Wien, lebte dann mit Frau und Sohn bis 1989 auf einem abgelegenen Bauernhof in der Steiermark, und arbeitete, außer als Selbstversorger auf seinem neu gekauften kleinen Bauernhof, an „Verwesenden Skulpturen“ aus Kadavern und Knochen. Mit den Uraufführungen 1991 von „ÜBERGEWICHT, am Schauspielhaus Wien, unter der Regie von Hans Gratzer, und der „VOLKSVERNICHTUNG ODER MEINE LEBER IST SINNLOS“ an den Münchner Kammerspielen, unter der Regie von Christian Stückl, gelang Schwab der Durchbruch als Dramatiker. Mit seiner speziellen Bühnensprache „Schwabisch“ erregte er auch in Deutschland Aufmerksamkeit und ging in die Literaturgeschichte ein. Für sein 1991 in München uraufgeführtes Drama Volksvernichtung oder meine Leber ist sinnlos wurde er mit dem Mülheimer Dramatikerpreis geehrt und wurde zum meistgespielten Autor der 90er Jahre. In der Neujahrsnacht 1993/94 starb er an einer Alkoholvergiftung.

Besetzung:
Frau Wurm - Eveline Winter
Herrmann, ihr Sohn - Martina Steindl
Herr Kovacic - Willi Kainz
Frau Kovacic - Christine Reiterer
Bianca - Heidrun Tschakert
Desiree - Annemarie Brunner
Frau Grollfeuer - Ulrike Hassler


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