Jazz

Volcan feat. Gonzalo Rubalcaba, Horacio 'El Negro' Hernandez & Jose Armando Gola


Diese Band steht wahrlich unter Starkstrom. Nicht nur wegen des Einsatzes von E-Bass, E-Piano und Korg-Synthesizer, sondern in erster Linie wegen der fast mit den Händen greifbaren, Funken sprühenden Energie, mit der sie (...) über das Auditorium hinwegfegt.
Chef im Ring ist natürlich Gonzalo Rubalcaba an den schwarzen und weißen Tasten, der mit sagenhafter Virtuosität den Flügel bedient. Seine technischen Möglichkeiten scheinen unbegrenzt und auch in kompositorischer Hinsicht beschreitet er auf geradezu atemberaubende Weise Wege, von deren Existenz man vorab nicht mal wusste.
Auf dem von Drummer Horacio Hernandez (früher in Diensten von Santana und Jack Bruce) und Giovanni „Mañenguito“ Hidalgo an den Congas erzeugten, ungemein dichten Geflecht aus vielschichtigen Rhythmen breitet Rubalcaba seine Kunst aus, setzt Kürzel, macht Einwürfe, wirft Melodiefetzen in den Raum, rammt die rhythmischen Eckdaten ins Dickicht der beiden Schlagwerker, breitet sich darin mit leichtfüßiger Verspieltheit, aber eben auch unbeirrbarer Konsequenz aus, rast mit höchster Geschwindigkeit bei absoluter Perfektion durch Stücke wie „Pon La Clave“ von Chuco Valdez oder „Corsario“ von Joao Bosco, erweist nebenbei Herbie Hancock und Chick Corea seine Reverenz und lässt schließlich am Ende nach zwei fulminanten Zugaben ein begeistertes wie gleichermaßen ungläubig staunendes Publikum zurück.
Volcan nennt sich diese Hammer-Band um Rubalcaba, in der der Pianist zwar Hauptimpuls- und Ideengeber ist, aber eben nicht der Star. Diese Rolle steht der Gruppe an sich zu. Die Weiterentwicklung der spontanen Ideen Rubalcabas durch den Bassisten Armando Gola, der mit dem fünf- und sechssaitigem Instrument Solist ist und gleichzeitig für die nötige Bodenhaftung sorgt, die Kooperation zwischen allen Beteiligten, das blinde Verständnis aller Mitglieder dieses Kollektivs – das muss man nicht nur gehört und gesehen, sondern auch körperlich gespürt haben. Mitunter fühlt man sich hineingezogen wie in den Sog eines Malstroms, der jedoch so gar nichts Bedrohliches an sich hat, sondern viel mehr pure Lust auf mehr macht.

Das Feuer der karibischen Rhythmen, die technische Brillanz aller Beteiligten, das Wagnis, ab und zu auch noch Elemente der europäischen Klassik mit einzubauen oder eine einfache Liedmelodie als Basis für atemberaubende Improvisationen zu nutzen – es ist vermutlich die Gesamtheit all dessen, was diesen Abend (...) so einzigartig machte. (Donaukurier)

Gonzalo Rubalcaba: piano
Jose Armando Gola: bass
Horacio „El Negro“ Hernandez: drums


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