Kunstausstellung

Vija Celmins


Vija Celmins ist seit den 1970er-Jahren für ihre eingängigen Sujets – Meere, Wüsten, Nachthimmel und Spinnennetze –, die sie in diversen Medien umsetzt, bekannt.

In ihrer ersten Einzelausstellung in Österreich zeigt die Künstlerin über 70 Arbeiten aus ihrem druckgrafischen Oeuvre. Die von Vija Celmins selbst zusammengestellte Retrospektive in der Secession umfasst fünf Jahrzehnte ihres Schaffens: von Radierungen aus ihrer Studienzeit in den frühen 1960er-Jahren hin zu einer Reihe neuer, bislang nicht gezeigter Editionen.

Vija Celmins’ Motive basieren auf Fotografien und gefundenen Drucksachen: Sie isoliert diese Vorlagen von ihrem Ursprungskontext und führt sie in einem neuen Medium wieder zusammen. Durch die wiederholte Interpretation weniger Motive verschiebt sie die Aufmerksamkeit vom Motiv auf das Material, das sie in seinen spezifischen Eigenheiten und auf seine Wirkung hin untersucht. Innerhalb der großen Bandbreite an Medien, in denen Celmins arbeitet, kommt der Druckgrafik daher große Bedeutung zu: Sie steht gleichrangig neben Zeichnung, Malerei und Skulptur.

Celmins’ Werke halten das Gleichgewicht zwischen Abstraktion und Abbild, zwischen Oberfläche und Proportion, zwischen der Andeutung von Bewegung und Reglosigkeit. Trotz ihrer kleinen Formate haben sie eine relativ große Weite. Viele der Bilder lassen an grenzenlose Räume und Handlungen denken, die eine neue, physisch gegenwärtige und unwandelbare Gestalt angenommen haben. Mit einer Struktur aus gleichwertigen Elementen und ohne perspektivische Fluchtpunkte bietet der Bildraum den BetrachterInnen keine räumliche Orientierung, sondern setzt sie der Totalität der Erfahrung von Meer, Wüste oder Sternenhimmel aus.

Vija Celmins, geboren 1938 in Riga (Lettland), floh bei Kriegsende mit ihrer Familie über Deutschland in die USA. Von 1962 bis 1981 lebte und arbeitet sie in Los Angeles, seither in New York.


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