Kunstausstellung · Messe

Vienna Art Week 2019


Von 15. bis 22. November 2019 dreht sich in Wien wieder alles um die Kunst: Die VIENNA ART WEEK rückt die Bedeutung der Kunst und das umfassende Kunstgeschehen der Stadt in den Mittelpunkt und bietet gemeinsam mit mehr als 70 Programmpartnern ein dichtes Veranstaltungsprogramm. MAKING TRUTH lautet das Motto der VIENNA ART WEEK 2019, die sich in Zeiten, da Fake News Hochkonjunktur feiern, auf die Suche nach der Wahrheit in der Kunst begibt.

Ganz Wien wird eine Ausstellung

Zum 15-jährigen Jubiläum der Kunstwoche wird der beliebte Open Studio Day erweitert. Erstmals am Freitag beginnend, nützt die VIENNA ART WEEK das Wochenende (16. – 17. November), um die Kunstproduktion in der Stadt noch stärker in den Mittelpunkt zu stellen: An zwei Tagen bieten die Open Studio Days die einmalige Gelegenheit, einen Blick hinter die Kulissen künstlerischer Produktion zu werfen. Rund 140 Künstlerinnen und Künstler öffnen dafür ihre Räumlichkeiten. Ein kuratierter Ausstellungsparcours führt zu 14 ausgewählten Ateliers, in denen neue Arbeiten zum Motto der Kunstwoche präsentiert und im Rahmen von Artist Talks diskutiert werden.

Das vielfältige Programm der VIENNA ART WEEK reicht auch heuer von Ausstellungen und Diskussionen über Touren und Ausstellungsrundgänge bis hin zum hochkarätig besetzten MAKING TRUTH Line-up, das – auch das neu in diesem Jahr – geteilt ist: So markiert das Open Studio Days Line-up am Sonntag, 17. November, den inhaltlichen Abschluss der im Zeichen der Künstlerinnen und Künstler stehenden Open Studio Days. Der zweite Teil findet am Freitag, 22. November, statt: Vorträge, Gespräche und Screenings nähern sich künstlerisch und wissenschaftlich dem Motto MAKING TRUTH an.
Eröffnungen wichtiger Ausstellungen im mumok – Museum moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien, in der Secession, im Belvedere 21 und im MAK – Museum für angewandte Kunst sind ebenso fixer Bestandteil der Kunstwoche.

Zu den spannendsten Gästen der diesjährigen VIENNA ART WEEK zählen Haim Bodek (Software-Entwickler und Whistleblower), Sabine Breitwieser (Kuratorin und Autorin, Wien), Eva Illouz (Soziologin, Jerusalem), Johann König (KÖNIG GALERIE, Berlin), Kenny Schachter (Autor, Kurator und Kunsthändler, London), die Kunstschaffenden Santiago Sierra und Regina José Galindo, die Filmemacher Svetlana Cemin und Issa Touma sowie Cesy Leonard (Zentrum für Politische Schönheit) und Sarah Nankivell (Forensic Architecture).

Die hochqualitativen Programmpunkte – organisiert von den wichtigsten Museen, Ausstellungshäusern, Kunsträumen, Ausbildungsinstitutionen, Galerien und Alternative Spaces – tragen wesentlich zum Erfolg der Kunstwoche bei, die sich seit 2004 zu einem Fixpunkt im Kulturleben der Stadt entwickelt hat und mit ihren jährlich rund 35.000 Gästen aus dem In- und Ausland die Bedeutung Wiens als Kunststadt hervorhebt.

MAKING TRUTH
Zum Motto der diesjährigen VIENNA ART WEEK
Wahrscheinlich ist es kein Zufall, dass „Making“ so ähnlich klingt wie „Faking“ und dass sich im Taumel des Noch-nicht-Wahren das Wahre mit dem Unwahren vermischt. Die Machbarkeitsfantasien der sich im Wahrheitsrausch befindlichen Individuen können nur allzu leicht zu krankhaften Auswüchsen ideologischer Vorstellungen und einem grenzenlosen Machtmissbrauch führen, wie wir ihn alltäglich vernehmen. Die Wahrheit wurde von Friedrich Nietzsche am Ende des 19. Jahrhunderts aus der Verantwortung des religiösen Hoheitsbereichs entkoppelt und als Illusion beschrieben: „Was ist also Wahrheit? […] Metaphern, die abgenutzt und sinnlich kraftlos geworden sind, Münzen, die ihr Bild verloren haben und nun als Metall, nicht mehr als Münzen, in Betracht kommen.“

Im Zuge der Moderne wurden jedoch die Zweifel immer größer, und die Idee der einen objektiven Wahrheit bröckelte zugunsten einer Aufsplittung in viele subjektive Wahrheiten. Picasso glaubte noch, die Wahrheit mittels der Kunst retten zu können, als er sagte: „Kunst ist eine Lüge, die uns hilft, die Wahrheit zu realisieren.“ Doch mit der Wahrheit wurde von da an immer öfter auch die Lüge genannt. Der Philosoph und Physiker Heinz von Förster meinte sogar, dass die Wahrheit die Erfindung eines Lügners sei. In Zeiten wie heute, in denen Fake News Hochkonjunktur haben, wünschen sich viele Menschen wieder eine – am besten alleinige – objektive Instanz zurück, die die Wahrheit spricht. Doch wir haben aus der Geschichte gelernt und wissen, dass Heilsversprechen, egal aus welcher Richtung, in die Irre führen und gefährlich sind.
Robert Punkenhofer (Künstlerische Leitung) & Angela Stief (Kuratorin)


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